Gekaufte Facebook-Fans

Findige Unternehmer bieten Facebook-Fans zum Kauf an. Fimen polieren so ihren Social Media Auftritt auf. Mitunter geraten auch Stars unter Verdacht: 40 Prozent der Fans von Paris Hilton stammen beispielsweise aus der Türkei.

Zu sehen ist eine Hand, die eine Computermaus bedient. Die Maus steht auf einer Mausmatte, die mit dem Wort «facebook» angeschrieben ist.

Bildlegende: Gekauft Facebook-Fans Wer seiner Anziehungskraft nicht traut, hilft nach und kauft sich Fans. Keystone

Auf Facebook nur eine Hand voll Freunde zu haben, ist vielen Unternehmen peinlich. Im Kampf um Aufmerksamkeit im Internet kaufen sie darum Fans kurzerhand ein. Meist geschieht dies beim Start einer Facebook-Seite, um schon am Anfang eine anständige Anzahl Fans sein eigen zu nennen.

Schleppend verläuft das Sammeln von Fans, wenn es sich bei den Firmen um ein unbekanntes Unternehmen handelt. Bei einem Elektrogeschäft oder einer Schreinerei dauere es oft sehr lange, bis eine anständige «Gefällt mir»-Zahl beisammen ist.

1 Fan für 1.35 Franken

Ein Grundstock von einigen hundert Fans strahlt hingegen Glaubwürdigkeit aus und bringt dem Nutzer die Gewissheit, dass er mit seinem «Gefällt mir» nicht gegen den Trend klickt.

Fans gegen Bares kaufen kann man beispielsweise beim Schweizer Anbieter Nic Liotta. Er verkauft 500 Facebook-Fans für 369 Franken. Sollen diese nur aus dem deutschsprachigen Raum kommen, steigt der Preis. Die Firma warnt jedoch vor zu hohen Erwartungen.

Schummel-Verdacht

«Bei gekauften Fans darf man keinen Traffic erwarten. Diese Fans sind nur zur Zierde.» Trotzdem greifen viele Firmen und auch Stars auf diese Methode zurück. «Der erste Eindruck ist unseren Kunden am wichtigsten. Es geht nur um die Like-Zahl.»

Wie kommt man den Schummel-Firmen und -Stars auf die Schliche? Es hilft ein Blick auf die Statistik, woher die Fans stammen. Wenn über 40 Prozent der Fans von Paris Hilton aus der Türkei kommen, dann macht das doch misstrauisch.