Ökologischer leben als Selbstversorger

Seit 14 Jahren leben Christian und Ursi Weber ausschliesslich von dem, was sie selber pflanzen und ernten. Was im Sommer leicht geht, erfordert im Winter kreative Konservierungsmethoden. Ein Besuch bei Ökofans.

Im Dezember ernten Christian und Ursi Weber das letzte Gemüse aus ihrem Garten. Danach heisst es, die Rüben, Kürbisse und Kartoffeln so zu lagern, dass diese bis zum Frühling frisch bleiben. Sodass Ursi und Christian Weber den ganzen Winter über davon zehren können. Und dafür hat das Paar ein etwa zwei Meter langes und 1.5 Meter tiefes Loch im Keller gegraben – ein Erdloch. Dort lagert das Gemüse in Holzkisten, welche mit Moos gefüllt sind.

« Im Erdloch können wir das Gemüse wochen- , ja sogar monatelang lagern »

sagt Christian Weber. Ausserdem haben die Webers Fleisch und Pilze eingemacht, Bohnen getrocknet und Essig aus Traubensaft gewonnen. Zwei Keller gefüllt mit Lebensmitteln sollen so für die Lebensmittelversorgung bis zum Frühling reichen.

1999 ist das Paar von Zürich in das kleine Dorf Trun in der Surselva gezogen. Vom alten Leben gesättigt, entdeckten sie hier ein ausgeschriebenes Bauernhaus. Der Kauf war rasch getätigt. Doch damit fing die ökologische Arbeit erst an. Denn als Selbstversorger zu leben, heisst nicht nur selber Gemüse anzupflanzen.

« Wir heizen nur die Räume, die wir auch bewohnen »

sagt Ursi Weber. Zudem würden sie beim Kleiderkauf nur das Nötigste besorgen. Auf dem Land brauche man weit weniger Kleider als in der Stadt. Ein Auto besitzen die beiden zwar, doch mehr als 5000 Kilometer pro Jahr fahren sie damit nie.

Ökologisch leben: 3 Tipps für Selbstversorger-Nerds

  • Erdloch graben: Darin lässt sich Gemüse den ganzen Winter hindurch lagern. Das Gemüse sollte in Kisten mit ausgelegtem Moss aufbewahrt werden. Das Moos spendet dem Gemüse Feuchtigkeit.
  • Schafe halten: Mit der gewonnenen Wolle kann man sich einen warmen Winterpullover stricken.
  • Garten bewirtschaften: Mit der täglichen Arbeit im Garten spart man sich das teure Fitnessabo. Zudem ist man draussen und hat im Sommer täglich frische Lebensmittel auf dem Tisch.