Zum Inhalt springen

Header

 «Nr. 47»-Autor und -Produzent Adrian Spring (links) beim Dreh.
Legende: «Nr. 47»-Autor und -Produzent Adrian Spring (links) beim Dreh. SRF / Naomi Salome
Inhalt

SRF-Serie Diese Serie konfrontiert Jugendliche mit Krebs

Die vierte Staffel der SRF-Serie «Nr. 47» ist die beste. Aber auch die happigste. Sogar die abgebrühtesten Serienzuschauer dürften sie nicht ohne Tränen durchstehen. Im Interview erzählt Adrian Spring, Autor und Produzent der Serie, warum er das Thema «Krebs bei Jugendlichen» gewählt hat.

Mani Neubacher

Mani Neubacher

SRF 3-Serienkenner

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Mani Neubacher: Ich bin ja, ganz ehrlich, ein bisschen erschrocken ab der vierten Staffel. Sie ist sehr gut, aber auch ziemlich happig. Für mich unerwartet happig. Hast du damit gerechnet, dass «Nr. 47»-Fans etwas vor den Kopf gestossen sind?

Adrian Spring: Es ist schon ein bisschen die Idee, dass man vom Thema vor den Kopf gestossen wird. Weil genau so geht es ja Sophie, der Figur in der Serie, als sie die Diagnose Hautkrebs bekommt. Sie ist jung, gesund und eigentlich geht es ihr gut. Doch dann kommt diese Krebsdiagnose völlig aus dem Nichts. Da ist es doch eigentlich grad gut , wenn es den ZuschauerInnen gleich geht. Weil wir nehmen ja Sophies Perspektive ein.

Die vierte Staffel «Nr. 47» zeigt, wie Sophie (Mitte) und ihre besten Freunde mit der Diagnose Hautkrebs klarkommen.
Legende: Die vierte Staffel «Nr. 47» zeigt, wie Sophie (Mitte) und ihre besten Freunde mit der Diagnose Hautkrebs klarkommen. SRF / Naomi Salome
Mir war es wichtig, junge Leute mit dem Thema Krebs zu konfrontieren.
Autor: Adrian SpringAutor und Produzent der Serie «Nr.47».

Die Serie erzählt ja in jeder der vier Staffeln die Geschichte von einem/einer der vier ProtagonistenInnen. Bislang waren das: Eine überlastete junge Frau, ein schwuler junger Mann mit Comingout-Problemen und ein Kochinfluencer mit Social Media-Problemen. Da hätte ich keine Krebsgeschichte erwartet in Staffel 4. Krebs ist ja nicht unbedingt das klassische Thema, das junge Menschen beschäftigt. Wieso hast du das Thema gewählt?

Ich wusste von Anfang an, dass, wenn wir vier Staffeln drehen können, die Serie bei diesem Thema enden wird. Die ersten drei Staffeln behandeln klassische Themen, die junge Erwachsene beschäftigen.

Hauptperson Sophie bei der Bestrahlung.
Legende: Hauptperson Sophie bei der Bestrahlung. SRF / Naomi Salome

Die Endlichkeit des Lebens ist für viele junge Menschen extrem weit weg. Das ist etwas, das man vor sich hinschiebt. Und ich glaube man sollte sich zwischendrin bewusst werden: Ja, alles kann ein Ende haben. Das kann grossen Einfluss darauf haben, wie man lebt.

«Nr. 47» – die fiktionale Webserie von SRF

«Nr. 47», die fiktionale Webserie von SRF
Legende:«Nr. 47», die fiktionale Webserie von SRFSRF

Du willst mehr über «Nr. 47» wissen? Alles über und zur Serie findest du hier.

Alle Folgen gibt's auf YouTube, Link öffnet in einem neuen Fenster oder bei Play SRF zu sehen. Übrigens siehst du sie am 21. Februar 2020 um 23:00 im Fernsehen auf SRF zwei.

Ich schaue ja sehr viel Serien. Die Todesursachen in diesen Serien sind meistens Morde. Gelegentlich gibt es «plötzliche Herzattacken». Aber Krebsgeschichten sieht man eher selten. Zu selten?

Ich sehe immer mal wieder Storylines mit diesem Thema. Es gab zum Beispiel «Club der roten Bänder», eine ganze Serie, die sich dem Thema Krebs bei jungen Leuten widmet. Im Gegensatz zu anderen Serien ging es mir bei «Nr. 47» aber nicht nur darum, zu zeigen, wie die betroffene Person selbst mit dem Krebs umgeht. Ich wollte vor allem zeigen, was die Diagnose mit den Leuten rund um die Kranke macht. Bei «Nr. 47» ging es ja schon immer um die Freundschaft zwischen den vier Protagonisten, die zusammen in diesem Haus leben. Darum geht es nun auch in der letzten Staffel.

Trailer zur vierten Staffel

Die Serie war bislang sehr erfolgreich. Mit guten Klick- und Zuschauerzahlen. Die ersten drei Staffeln waren aber deutlich leichtere Kost als die vierte. Rechnest du nun mit tieferen Zuschauerzahlen?

Ich glaube, wenn man mal angefangen hat mit der neuen Staffel und sich drauf einlässt, dann packt einen die Geschichte und die Figur von Sophie so fest, dass man das mit ihr zusammen durchsteht. Auch wenn es ein bisschen weh tut.

Abonniere den SRF 3-Newsletter

Abonniere den SRF 3-Newsletter
Legende:SRF

Geschichten und Hintergründe zu ausgewählten Themen – direkt in deine Mailbox. Mit dem Newsletter weisst du mehr über die Highlights von SRF 3. Melde dich jetzt an!

neubacem

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Fabian Engeler  (Fabian Engeler)
    Hab Staffel 1 & 2 gesehen, die 3. muss ich mal noch nachholen.
    Doch diese 4. Staffel wirkt im Vergleich dazu wie ein billiger Trick, Drama und Konflikt mittels Krebs zu erzeugen. Was in Film/TV schon viel zu oft passiert.
    In Wahrheit ist eine Krebsdiagnose oft in erster Linie innerlich zermürbend. Gegen aussen ist es aber praktisch nie derart dramatisch und spannungsgeladen. Da hätte ich mir einen nuancierten, unaufgeregten Umgang mit dem Thema gewünscht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten