Endo Anaconda: «In der Agglo lässt es sich gut leben»

Der Stiller-Has-Sänger und Ostermundigen. Wir finden: Die beiden passen zusammen.

Endo Anaconda eilt der Ruf voraus, ein genauer Beobachter der Welt im Allgemeinen und der menschlichen Marotten im Speziellen zu sein. Also lassen wir uns von ihm die Schweizer Agglo erklären. Wir treffen ihn in Ostermundigen. Hier hat er lange gewohnt (bevor er ein paar hundert Meter weiter auf Stadtberner Boden gezogen ist), hier hat er noch heute ein Büro, hier geht er noch heute einkaufen («Weil ich alle Verkäuferinnen kenne. Sie kennen mich, ich kenne sie.»)

Die Songtexte von Stiller Has lassen darauf schliessen, das sich Anaconda seine Inspirationen gerade auch in einem Ambiente sucht, dass nicht auf Hochglanz gebürstet ist. In Ostermundigen mit seiner pulsierenden Pendler-Einfallstrasse, dem Nebeneinander von maximal pittoresken Gärtchen und dem abgefuckten Retro-Chic der Strassenknelle muss er daheim sein. Hat man das Gefühl.

Karl Marx und die Fotosynthese

«Ja, hier lässt sich gut leben», sagt Anaconda. Grundsätzlich hält er allerdings herzlich wenig von einer Unterscheidung zwischen Stadt und Agglomeration. «Über kurz oder lang werden wir von Bern bis Zürich eine einzige Stadt haben.» Dann erübrige sich die Diskussion.

Aber Anaconda wäre nicht Anaconda, wenn er nicht noch ein paar Dinge zu sagen hätte. Endo Anaconda erklärt uns Ostermundigen («Schönes Zusammenleben verschiedener Kulturen») und wenn er schon beim Erklären ist, erklärt er uns auch gleich noch die Immobilienspekulation, die Schweiz, Karl Marx, die Fotosynthese und die Bauweise von Block 3 eines Kernkraftwerks. Die letzteren Angaben ohne Gewähr. Dann ist die letzte Zigarette geraucht. Abgang Stiller Has.