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SRF 3 macht Agglo Stil-Tipp: Die Fashion-Faultiere aus der Agglo

In der Stadt trägt der Hipster seine sorgfältig kuratierten Hipster-Klamotten. Auf dem Land heisst es: Gummistiefel rule. Und in der Agglo? Da sind die Männer Fashion-Faultiere.

Es ist Vormittag, kurz nach 10 Uhr. Die Ostermundiger Bürolisten sind im Büro, die Mütter mit den Kleinkindern auf dem Spielplatz. Wer weder Computer noch Kinder hütet, sitzt im Strassencafé an der Sonne.

Da ist der Mitvierziger im ärmellosen Shirt. In seinen Händen zerbröselt eine selbergedrehte Zigi und der Vorsatz, den ersten Aperitif bis zum Mittag hinauszuzögern. Sein Töffli steht nur darum nicht im Parkverbot, weil gerade weit und breit kein Parkverbotsschild zu sehen ist.

Freche Kappen und unfreches Grau

Aber wir wollen nicht abschweifen. Wir sind ja bei der modischen Bestandesaufnahme. Also: Mann in ärmellosem Shirt und schulterlangem Haar. Am Nachbarstischchen gibt`s Kaffee, Klatsch und Tratsch für zwei Rentnerinnen. Eine trägt eine freche Jamaica-Kappe in der eher unfrechen Modefarbe grau.

Zwei Frauen mit Einkaufstaschen schlendern am Café vorbei. Ihre Jeans und Blusen tragen sie mit einer beeindruckenden Unangestrengtheit. Später macht ein dürres Männlein Pause. Es trägt ebenfalls Jeans und einen Tschoopen, der möglicherweise schon 1980 nicht mehr als modische Avantgarde durchging.

Unzimperlich, langlebig, unverwüstlich

Später marschieren auch einige Teenager zielstrebig übers Trottoir. Sie unterscheiden sich nicht gross von den Teenagern anderswo. Sie tragen Jeans und sorgfältig frisiertes Haupthaar. Ein erstes Fazit würde also lauten: Ohne Jeans wäre die Agglo füttlenblutt.

Endgültig Licht ins Dunkle bringt die Kleiderladen-Chefin (Öffnungszeiten: 8.30-12.00, 13.30-18.30 Uhr). Ihr Befund: Die Frauen der Agglo rüsten ihren Kleiderkasten gerne periodisch hoch. Die Männer der Agglo nicht. Sie sind Fashion Faultiere. Die Männer werden`s verschmerzen können. So wie ihre Kleidung, sind ihre Gemüter: unzimperlich, langlebig, unverwüstlich.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Mario Jucker, Kesswil
    Und was da von den Modegurus zelebriert wird ist nicht grade immer das Gelbe vom Ei. Nur schon die ganze Thematik der Modefarben und -muster. Wie uneigenständig muss man sein sich ständig diesem Trend zu unterwerfen? Wenn dies nicht der Inbegriff von langweilig ist... Da gelte ich doch lieber als 'Modemuffel' und gehöre nicht zu den geklonten Trendopfern die sich in der Schlange vor dem Kaufleuten treffen und sich über ihr neues Singlespeed unterhalten...
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  • Kommentar von Mario Jucker, Kesswil
    Lustig das Ganze zu lesen, hören und sehen... aber mal ehrlich, in meinen Augen sind die ganzen Hippster in der Stadt wesentlich angepasster und monotoner als die Aglobewohner oder gar die Landeier (wie ich eines bin) Wenn jeder Trend flutwellenartig assimiliert hat das für mich nicht mehr viel mit von Geschmack oder Modebewustsein zu tun, sondern zeugt eher von Stillosigkeit. All die Fashion-Addicts sind meiner Meinung nach die Langweiler, wenn sie im Stile eines Staubsaugers alles einsaugen.
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  • Kommentar von Marc Freyburger, 8700 Küsnacht
    Der grösste Stil-Agglo ist Jerom van Rojen selber. Schlecht sitzendes made-to-measure (viel bezahlen, um sich besser zu fühlen) Sakko über langweiligem weissem Hemd. Eine noch langweiligere Kravatte und eine Weste (das In-Attribut der vorletzten Saison schlechthin). Graue, ausgebeulte Chinos und mit der Sohle kontrastierende Latschen. Er spürt den Proleten-Stil der Vorstadt nicht nach, er hat ihn selber verinnerlicht - übrigens auch wenn er nicht in der Agglo unterwegs ist.
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