Im Dorfladen findet man von der Mistgabel bis zum Joghurt alles

Gegen das «Lädelisterben» sind seit jeher kreative Lösungen gefragt. In der Gemeinde Mosnang schreitet man dagegen tatkräftig an. In Mühlrüti wurde der Dorfladen durch einen Kafi-Egge erweitert, in Libingen soll ein Umbau für Mehreinnahmen sorgen.

Früher gab es in Mühlrüti drei Restaurants, heute ist keines mehr in Betrieb. «Es wäre schön mindestens ein Restaurant zu haben, das auch am Abend geöffnet ist, als Treffpunkt für die Vereine», sagt der Mosnanger Gemeindepräsident Bernhard Graf.

Der Kafi-Egge wird zum beliebten Treffpunkt

Deshalb haben die rund 360 Einwohner von Mühlrüi eine Lösung gesucht, und gefunden. Vor dem Dorfladen ist ein Kafi-Egge entstanden, der bis Ladenschluss in Betrieb ist.

Der Treffpunkt wird vor allem von den Handwerkern geschätzt. Hier können sie ihr Znüni einnehmen und Ende Woche sogar ein Feierabendbier geniessen. Am Freitagabend herrscht im Kafi-Egge Hochbetrieb und man feiert zuweilen bis in die frühen Morgenstunden.

Mit der Kaffeepause lässt sich auch gleich ein Einkauf verbinden, denn der Dorfladen in Mühlrüti hat ein Angebot, wie man es nur auf dem Land kennt. «Wir haben Mistgabeln, Heugabeln, Laubrechen, Dünger, Spritzmittel, Mausefallen und Kuhschwanz-Schnüre», sagt Geschäftsführerin Renate Hollenstein und zählt weitere Artikel, auch für den täglichen Bedarf auf.

Anteilscheine für den Umbau des Dorfladens

Etwas anders zeigt sich die Situation in Libingen. Im Dorf gibt es zwei Restaurants, eine Bäckerei und ein Konsum. Der Dorfladen wird seit 35 Jahren von Vreni Meier betrieben. Trotz ihrem grossen Engagement ist der Umsatz in den letzten Jahren zurückgegangen.

Dieser Umstand hat Dorflehrer Hans Aregger auf den Plan gerufen. «Wir haben schon die Post, die Bank und die Käserei verloren», erklärt er. Wenn jetzt noch der Dorfladen schliessen würde, würde das Interesse in Libingen zu wohnen stark nachlassen.

Als Präsident der Konsumgenossenschaft hat Pläne für einen Umbau in Angriff genommen. Mit Anteilschneinen beteiligt sich die Bevölkerung finanziell am Projekt. Mit einer zweiten Wohnung im Obergeschoss sollen zusätzliche Einnahmen den Erhalt des Dorfladens sichern.

Den neuen Konsum wird Vreni Meier dann nur noch als Kundin erleben. Die Geschäftsführerin geht in Pension. Ein Abschied vom Dorfladen, der auch wehmütig stimmt.

Sendung zu diesem Artikel