Hörspiel-Klassiker «Ueli der Knecht» wird 70

Am 19. Oktober 1946 wurde die erste Folge von «Ueli der Knecht» ausgestrahlt - damals noch als Live-Hörspiel. SRF Musikwelle macht den Hörspiel-Klassiker aus dem SRF-Hörspiel-Archiv zugänglich.

Vorplatz zum Bauernhof «Glungge» im typisch emmentalischen Baustil.

Bildlegende: Die «Glungge» Haupthandlungsort in der Geschichte von «Ueli der Knecht». Wikimedia

Der Pfarrerssohn Albert Bitzius aus Murten fängt relativ spät an mit seinem schriftstellerischen Wirken. Erst mit 39 Jahren, nun selbst Vater und Pfarrer, greift er zur Feder.

Aus seinem allerersten Roman «Bauernspiegel oder Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf» nimmt er den Namen seines Helden als Pseudonym. Zu seinen zentralen Themen gehören die rechte Bauernart, Sittlichkeit, Arbeit als Grundlage eines gesunden Wohlstandes, Gottesfurt. In seinen Werken äussert er schonungslose Kritik an Bosheit, Eigennutz, Geiz und Habsucht, an Verschwendung und Ausbeutung, aber auch an der Konsum- und Trunksucht.

«  Im Ochsen begnügt Ihr Euch auch nicht mit einem Glas! »

Albert Bitzius

Albert Bitzius alias Jeremias Gotthelf war bekannt für seinen widerborstigen, kantigen Charakter – erzählte man sich doch, dass ihn auf der Kanzel in seiner Kirche in Lützelflüh jeweils eine Sanduhr daran erinnerte, dass die Zeit für die Predigt abgelaufen wäre. Häufig habe er die Uhr einfach nochmals umgedreht und gerufen: «Im Ochsen begnügt Ihr Euch auch nicht mit einem Glas!».

Gotthelfs Geschichten waren beliebte Hörspielsujets in den frühen Hörspieljahren vom Schweizer Radio und Fernsehen – zu den bekanntesten Produktion gehören die Mehrteiler «Geld und Geist», «Buurespiegel», «Ueli der Knecht» und «Ueli der Pächter». Am 19. Oktober 1946 wurde die erste Folge von «Ueli der Knecht» ausgestrahlt – damals noch als Live-Hörspiel, das nicht aufgezeichnet wurde.

Zur Uraufführung schrieb die Schweizer Radio-Zeitung: «Es ist nun sicher ein recht verdienstvolles Unternehmen des Studios Bern, wenn es Gotthelf durch die ihm eigenen Mittel und Möglichkeiten ins Volk hinauszutragen versucht. Im kommenden Winter wird es seinen Hörern eines der Hauptwerke des grossen Erzählers vermitteln, nämlich den Roman «Ueli der Knecht». Als Sendeform wurde die mundartliche Hörfolge gewählt, als Bearbeiter der Schriftsteller Ernst Balzli verpflichtet. Die rein epischen Abschnitte sind einem Erzähler anvertraut, handlungsreiche Momente wurden dramatisch gestaltet. Die hier für die heutige Technik aufbereitete Produktion stammt aus dem Jahre 1951. Sie wurde im Studio Bern aufgenommen».

Alle 10 Folgen des Hörspiel-Klassikers «Ueli der Knecht»

Zur Information

Alle Folgen eines Hörspiel-Klassikers stehen jeweils während einem Monat als Download zur Verfügung und können herunter geladen werden. Danach ist das Hörspiel nur noch über die Audios im Internet zu hören.