Berliner Mauer 1963: Die Grenze öffnet sich für eine kurze Zeit

Am 17. Dezember 1963 tritt das erste Passierscheinabkommen zwischen dem West-Berliner Senat und den Ost-Berliner Behörden in Kraft. Es ermöglicht Westberlinern den Besuch ihrer Verwandten im Osten der Stadt. Die Berliner Mauer wird für eine kurze Zeitspanne wortwörtlich löchrig.

Nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 bleiben Westberlinern Besuche im Osten verwehrt. 28 Monate lang bietet sich ihnen keine Möglichkeit ihre Verwandten in Ost-Berlin zu besuchen. Das ändert sich im Dezember 1963 mit den erstmals ausgestellten Passierscheinen. Fünf Durchgänge in der Mauer machen den Weg in den Osten frei.

Hunderttausende von Westberlinern strömen über die Feiertage nach Ost-Berlin, feiern das Wiedersehen mit Eltern, Geschwistern, Onkeln, Tanten, Neffen, Nichten oder Enkeln. Über eine Million Besuche werden um den Jahreswechsel 1963/64 verzeichnet. Am Sonntag, 5. Januar 1964 um Mitternacht, wird die Grenze zwischen West- und Ostberlin wieder hermetisch verriegelt.

Kurz vor Mitternacht ist der Strom der Rückkehrer immer noch beachtlich. Ein unbekannter Berliner Student beobachtet die Szenerie an der Oberbaumbrücke. Ohne jede schriftliche Notiz vertraut er seine Gedanken und Eindrücke dem Mikrofon eines Radioreporters an.

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