Die beliebtesten Volkslieder

Die SRF Musikwelle Hörerinnen und Hörer haben abgestimmt und ihre beliebtesten Volkslieder auserkoren. Klassiker wie «S' Martinsglöggli» oder «S' Guggerzytli» aber auch moderne Lieder wie «Alperose» erwecken Heimatgefühle.

Alte Zeitschritftenwerbung mit Apnezeller in Tracht auf der einen Bildhälfte.. dahinter erblickt man ein Dorf und im Hintergrund die Appenzeller Bergwelt. Auf der zweiten Bildhälte fügt sich das Volkslied mit Noten und Text hinein.

Bildlegende: «Min Vater ischt en Appezeller» zählt mit zu den bekanntesten Schweizer Volksliedern. zvg

Dem Aufruf «Welches ist Ihr liebstes Volkslied» der SRF Musikwelle sind zahlreiche Hörer und Hörerinnen gefolgt. Absoluter Spitzenreiter war «Luegit vo Berg und Tal». Bei der Auswahl an Liedern ist auffällig, dass sie mehrheitlich aus der Schweiz stammen.

So haben sich Melodien wie «Simeliberg», «Im Aargau sind zwei Liebi» oder «Bionda bella Bionda» fest in die Herzen gebrannt. Ehemalige Schlager wie «Am Himmel schtoht es Stärndli z'Nacht» oder «Nach em Räge schint d' Sunne»werden ebenso bereits als Volkslieder gehandelt. Auch modernere Titel wie «Alperose», «Mis Seeland» oder «Ewigi Liebi» erhalten von vielen Seiten das Prädikat Volkslied.

Volkslieder wecken Emotionen

Im schönsten Wiesengrunde:
Elsa Schweizer aus Birrhard: «Als Kind konnte ich meiner Nachbarin eine Freude machen. Wenn ich ihr das Lied vorsang, bekam ich sogar Schokolade dafür. Ihr schönes Riegelhaus stand im schönsten Wiesengrunde. Ja, ja ja lang ist's her.»

Bionda bella Bionda
Seppi Ziehlmann aus Buchrain: «Da kommt gleich etwas Fernweh auf. Man spürt die Wärme des Tessins, die Freundlichkeit und die Lebensfreude des Südens. Und der Walzertakt beschwingt immer wieder.»

Luegid vo Berg und Tal
Maya Wittwer aus Bratislava/Slowakei: «Ich lebe seit langem an wechselnden Orten im Ausland. Dieses Lied ist für mich der ultimative Heimweh-Song! Sonst höre ich solche Lieder nicht (singe sie aber gerne), aber dieses Lied bedeutet für mich Heimat.»

Öber‘s Aelpli bin i gange, öber‘s Älpli bin i grennt
Elisabeth Weber aus St. Peterzell: «Dieses Lied haben wir vor etwa 34 Jahren immer gesungen, wenn wir am Schluss des Tages das Café putzten. Wir konnten es immer kaum erwarten, bis wir unsere Schätze in die Arme schliessen konnten. Schätze, die heute unsere Männer sind.»

S‘ Guggerzytli
Rolf Schütz aus Deitingen: «Dieses Lied erinnert mich immer wieder an meine Grossmutter. Müeti sass taub auf ihrem Stuhl am Fenster oder neben dem Ofen und strickte. Oft schlief sie dabei auch ein. An der Wand hing wie im Lied ihr «s'Zytli». So erhielt das Lied für mich ein lebendiges Bild.»

Uf de Alpä obe isch’s e herrlichs Läbe
Remigius Gabriel aus Baar: «Schon als junger Mann hat mir unendlich gut gefallen, wenn die Älpler auf der Glattalp es gesungen und gejutzt haben. Bis heute bekomme ich Heimweh nach unseren Alpen, wenn ich das Lied wieder höre.»

Am Himmel schtoht es Schtärndli z'Nacht
Edith Roslee Hegner aus Victoria/Canada: «Schon als Kind liebte ich dieses Lied. Jetzt, da ich erwachsen bin und im Ausland lebe, singe ich es oft am Abend, wenn ich meinen Hund – unter strahlendem Sternenhimmel - spazieren führe. Ich hoffe, dass mein Grosskind dieses Lied zusammen mit mir eines Tages singen wird, so wie ich es mit meiner Mutter tat. Die Sternli lassen mich spüren, dass wir alle miteinander verbunden sind, gleich wie weit wir voneinander entfernt sind. Hin und wieder packt mich schon ein wenig das Heimweh!»

Verschneit liegt rings die ganze Welt
Jeannette Peter aus Untersiggenthal: «Zu Kinderzeiten haben wir - meine Mutter, meine Schwester und ich - beim Abwaschen stets mehrstimmig gesungen. Darunter war dieses Lied. Ich habe es sehr geliebt, weil es zwar melancholisch tönt, aber Hoffnung macht, dass nach dunklen Wintertagen der Frühling mit voller Pracht kommen wird.»

Mis Muetti hed mer brichtet
Nelly Pasche-Egger aus Gland: «Bin schon viele Jahre in der Westschweiz und habe erlebt, wie s'Muetti hoffnungsvoll darauf wartete, bis ich wieder mal in den Aargau zurückkehren würde. Mittlerweile ist sie gestorben. Jedes Mal werde ich ganz emotional, wenn ich das Lied in der Musikwelle höre.»

Am Brunnen vor dem Tore
Maria Figliola aus Reiden: «In meiner Kindheit war ich viel bei meinen Grosseltern auf dem Bauernhof. Sie hatten einen grossen Lindenbaum - aber nicht am Tore vor dem Brunnen, sondern am Tore vor der Scheune. Da lagen immer grosse Baumstämme. Was turnten meine Schwester und ich - manchmal sogar unsere Onkel - da herum. Gerade wenn es heiss war und die Linde schön Schatten spendete. Am Sonntag assen wir viel unter diesem Baum das Zvieri. Eine schöne Jugenderinnerung!»

Alpenrose-Gewinner

Mit der Umfrage zum beliebtesten Volkslied war ein Wettbewerb verknüpft. Zu gewinnen gab es zehn Exemplare des Liederbuchs «Alperose». Die glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner heissen:

  • Albert Keller/ Ammerzwil
  • Edith Roslee-Hegner / Victoria, Canada
  • Gabriella Terzic/ Vouvry
  • Ursula Lehmann/ Signau
  • Madeleine Rappo/ Tafers
  • Ruth Matthey-Steck/ Le Mont-sur-Lausanne
  • Cäcilia Mauchle/ Gossau
  • Brigitte Marthy-Wettstein/ Glarus
  • Katharina Lerch/ Roggwil
  • Jenni Landis/ Adliswil

Ausserdem liess sich Chormusikexperte Guido Rüegge durch all die Vorschläge für seine «Fiirabigmusig» vom Donnerstag 5. Juni 2014 inspirieren. Er wird eine Auswahl der beliebtesten Volkslieder in seiner Sendung präsentieren.

Sendung zu diesem Artikel