Ein «Rääf» ist ganz schön dämlich

Was eine männliche Zicke und einen weiblichen Hornochsen verbindet: Irgendwie klingen beide Bezeichnungen nicht ganz treffend. Es gibt nun einmal Schimpfwörter, die geschlechtsspezifisch sind. Auch das Schweizerdeutsche kennt entsprechende Begriffe wie «Rääf», die ausgesprochen dämlich sind.

Liselotte Pulver und Leopold Biberti in einem Filmausschnitt.

Bildlegende: Der griesgrämige Hagelhans aus «Ueli der Pächter» entpuppt sich letztlich als Vrenelis Vater. SRF

Einem unfreundlichen, sauertöpfischen Weibsbild läuft man nur ungern über den Weg. Ein solches «Rääf» kann einem die Laune entsprechend vermiesen. Natürlich gilt dies auch in der männlichen Variante – nur wie kann man «Rääf» entsprechend ummünzen? Unser Moderator Christian Salzmann stellte sich diese Frage im Verlauf seiner Sendung. Zahlreiche Meldungen landeten daraufhin in unserem Online-Postfach.

«Sürmel», «Püffel» oder «Cholderi»

Regina Rälli aus Malters LU würde einen männlichen «Rääf» als «e gätzige Cheib» bezeichnen. René Bruder aus Oberbalm BE kennt den Begriff «Chuuter» und Edith Koller aus Gais AR nennt mit «Söderi», «Cholderi», «Meckeri», «Rappeschpalter» und Muultür» gleich mehrere männliche Varianten. Urs Weber aus Winterthur bietet als Alternative den «Sürmel», Fritz Dütschler aus Rüti ZH den «Püffel» und Eric Steiner aus Ostermundigen BE schlägt «Giftzwerg» vor. Besonders erwähnenswert übrigens auch die Alternative von Rosmarie Winzeler aus St. Gallen. Ihrer Meinung nach gibt es gar keine, denn Männer seien sowieso nie mürrisch.

Historisches Bild eines Schweizer Soldaten mit Kabelrolle in der Hand.

Bildlegende: Das «Tragräf» der «Telefonsoldaten» kann ganz schön zur Last fallen. zvg

Das Swiss Army-«Räf»

Rolf Bolliger aus Riken AG denkt bei «Rääf» unweigerlich an den Film «Ueli der Pächter». Leopold Biberti porträtierte darin den griesgrämigen Hagelhans und wird als «Uflat» bezeichnet.

Ausserdem liefert Bolliger noch eine weitere hilfreiche Erklärung: Eigentlich müsste man bei «Rääf» nur an die «Telefonsoldaten» der Schweizer Armee denken. Diese verlegen Leitungen im Gelände und mühen sich mit entsprechenden Kabelrollen ab, die man bisweilen Tragräf nennt. Bolliger fügt schmunzelnd an, dass die «Telefonsoldaten» immer besonders gerne rennen. Je mehr Weg sie zurücklegen, desto schneller wird das Kabel abgerollt und entsprechend weniger Gewicht lastet auf den Schultern.