Hallo? Do isch Kuenz in Bünze!

Cés Keiser prägte das Schweizer Kabaret über Jahrzehnte hinweg mit seiner Frau und Bühnenpartnerin Margrit Läubli zusammen. Sein wirres Telefonat als Herr Kuenz aus Bünze, der vor lauter Aufregung ein Durcheinander par excellence veranstaltet, wurde zum Kabaret-Klassiker.

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César Keiser: Eine Schweizer Kabarett-Legende

4:21 min, aus 10vor10 vom 23.2.2017

Er kann einem richtig leidtun, der Herr Kunz, der momentan in Bünze bei Boswil weilt und per Telefon eine Rechnung begleichen will. Cés Keiser verheddert sich in dieser Kabarettnummer so herrlich in einem Wortsalat, dass es eine wahre Freude ist ihn leiden zu hören. Kabaret schrieb Keiser übrigens konsequent mit «C», Er fühlte sich dem literarischen Cabaret verpflichtet. Mit dem scharfzüngigen politischen Kabarett, wie es in Deutschland gepflegt wird, konnte er nie etwas anfangen.

Mit einem Kikeriki zum Féderal

Am 4. April 1925 kam Cés in Basel zur Welt, absolvierte später die Ausbildung als Zeichenlehrer und gründete nebenher mit Kollegen zusammen das Cabaret Kikeriki. Hier erntete er schon einmal Beachtung als Autor und Darsteller. Das 1949 in Zürich gegründete Cabaret Féderal wurde auf ihn aufmerksam und verpflichtete ihn vorerst als Autor und später auch als Ensemblemitglied. Hier begegnete er auch seiner späteren Frau und Bühnenpartnerin, der Tänzerin und Schauspielerin Margrit Stäubli.

Perfektion auf den Punkt gebracht

Die Nummern der beiden galten als Gesamtkunstwerke der Kleinkunst, wo gespielt, gesungen und getanzt wurde. Sie legten grossen Wert auf Perfektion, was sich auch in den Kostümen und Bühnenbilder widerspiegelte. Die grossen, gesellschaftlichen und politischen Themen waren ihr Programm. Bis zuletzt stand Cés Keiser mit Lesungen auf der Bühne. Er verstarb am 25. Februar 2007 in Zürich. Zum Alter hatte er ein ambivalentes Verhältnis. In einem seiner letzten Bühnenprogramme brachte er die Vorzüge und Nachteile dieses Lebensabschnitts pointiert auf den Punkt: «Zuekunft – e Wort, voll Verlange gseyt, isch khuum häsch es gseyth scho Vergangeheit!»