Hugo Strasser swingt nicht mehr

Mit Hugo Strasser verstarb am 16. März 2016 einer der letzten «Swing Legenden» Deutschlands. Zusammen mit Paul Kuhn und Max Greger bildete er ein eingespieltes Team. Mit seinem Orchester zusammen feierte er Welterfolge und stand noch bis zuletzt auf der Bühne

Seiner Liebe zum Swing konnte Strasser eigentlich erst nach dem zweiten Weltkrieg so richtig fröhnen. Während der Nazi-Zeit galt seine Musik als entartet. Nach Kriegsende jedoch, zählte er zu den Jazz–Pionieren Deutschlands und erspielte sich seinen Ruhm zum Beispiel in amerikanischen Offizierscasinos.

Der weltberühmte «Strasser-Sound»

Nach seinem Durchbruch tanzten Millionen Menschen nach seinem «Strasser-Sound» im strikten Tanzrhythmus. Seine 1955 gegründete Bigband ergatterte sich den Ruf als eines der besten Tanzorchester der Welt. Bei grossen Bällen und Tanzturnieren waren sie gerngesehen und gehört, aber auch im Fernsehen trat das Hugo Strasser Orchester regelmässig vor einem Millionenpublikum auf.

Einsame Trompete

Seine Albumreihe «Die Tanzplatte des Jahres» landete regelmässig in den Hitparaden und wurde von 1966 bis 1996 jährlich veröffentlicht. Zeitweise wurden davon bis zu 300‘000 Stück verkauft. Seine wohl bekannteste Melodie war «Lonely Trumpet».

Die drei Musiker spielen gemeinsam während eines Konzerts.

Bildlegende: Flügel, Saxophon und Klarinette – Kuhn,Greger und Strasser bildeten ein swingendes Dream-Team. Keystone

Für seine Erfolge wurde er unter anderem mit zwei Goldenen Schallplatten und dem Deutschen Schallplattenpreis geehrt.

Letzte Deutsche Swing Legende

Mit Max Greger und Paul Kuhn zusammen bildete Hugo Strasser über Jahre hinweg ein eingespieltes Team. Mit Bestürzung stellte Strasser 2015 bei der Beerdigung seines Freundes und musikalischen Wegbegleiters Max Greger fest, dass er seine beiden jüngeren Kollegen überlebt hatte. Nun ist Strasser selber im Alter von 93 Jahren nach längerer Krankheit zu Hause verstorben.