Johnny Hallyday: Ein Leben für die Musik

Johnny Hallyday ist eine der schillernden Persönlichkeiten der Musikgeschichte. Der französische Sänger verkaufte um die 100 Millionen Alben, erhielt 18 Platin- und 39 Goldauszeichnungen und verfügt mittlerweile über ein Repertoire von 900 Songs. Am Samstag feiert Johnny Hallyday den 70. Geburtstag.

Johnny Hallyday mit einem Fingerzeig Richtung Publikum bei einem Konzert in Paris

Bildlegende: Der französische Sänger Johnny Hallyday im Februar 2009 bei einem Auftritt in Paris. Keystone

Dem deutschen Publikum ist der Name Johnny Hallyday kaum geläufig, in Frankreich allerdings gilt er als wichtigster Vollblut-Rockstar, dessen Schaffenskraft auch nach über 50 Jahren ungebrochen ist.

Der Belgier wird Franzose

Johnny Hallyday wurde am 15. Juni 1943 als Jean-Philippe Smet mit belgischer Staatsbürgerschaft in Paris geboren. Er wuchs bei seiner Tante Hélène Mar auf, die mit ihm und ihren beiden Töchtern als «The Hallydays» auf Tanztourneen durch Frankreich und Europa zog. Mit 16 Jahren nahm Johnny Hallyday seinen Künstlernamen, zwei Jahre später wurde er zum französischen Staatsbürger.

Der 21jährige Johnny Halliday springt im Oktober 1962 bei einem Konzert in Paris schwungvoll über das Schlagzeug.

Bildlegende: Johnny Hallyday in jungen Jahren, 1962 bei einem Auftritt im Olympia-Theater von Paris. Keystone

König der «Yéyé-Generation

In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung seines ersten Albums. Es enthielt den international bekannten Hit «Souvenirs, Souvenirs», der in Deutschland durch Bill Ramsey bekannt war. Damit begann Johnny Hallydays Aufstieg als Jugendidol, die Teenie-Presse in Frankreich krönte ihn zum König der «Yéyé-Generation». Johnny Hallyday führt zunächst Twist und Madison in die französische Tanzkultur ein. Er spielt französische Versionen von «Hey Joe» oder «Love me tender». Gleichzeitig engagiert er sich im Film. In John Berrys «A tout casser» singt er die Titelmelodie und wird von Jimmy Page an der Gitarre begleitet.

«  Er bleibt so etwas wie die leibhaftige Französischübersetzung aller amerikanisch-englischer Musiktendenzen seit 40 Jahren. »

Frankfurter Allgemeine Zeitung
14. Juni 2003

Unermüdlich arbeitet Johnny Hallyday auch in den 70er Jahren an seiner Karriere als Musiker und Schauspieler weiter. 1975 sieht er Elvis Presley in Las Vegas und nimmt anschliessend ein Album mit Standards von Eddie Cochrane und Little Richard auf. 1979 bringt Hallyday mit «L’Ange aux yuex de laser» seine erste eigene Show in Paris auf die Bühne und präsentiert mit «Ma gueule» seinen bis heute grössten Hit.

Konzert unter dem Eiffelturm

Grössen aus dem Musik- und Filmbusiness begleiten Johnny Hallyday auch in den 80er und 90er Jahren: Regisseur Jean-Luc Godard oder Starkomponist Michel Berger sowie Jean Jacques Goldmann, Jon Bon Jovi, Tony Joe White, Patrick Bruel, Art Mengo, Etienne Roda-Gil oder Chris Kimsey. Mit Chris Kimsey nimmt er sein erstes durchgehend englischsprachiges Album auf und erfüllt sich damit einen Traum.

Sein 40. Bühnenjubiläum feiert Johnny Hallyday im Juni 2000 mit einem Gratiskonzert unter dem Eiffelturm: 400‘000 Menschen sind vor Ort, neun Millionen Menschen verfolgen das Konzert am Fernsehen.

Abgebrochene Abschiedstournee und Comeback

Aus gesundheitlichen Gründen muss Johnny Hallyday seine Abschiedstournee im Jahr 2009 abbrechen. Zwei Jahre später meldet sich der populäre Sänger mit «Jamais Seul» zurück. Mit dem Blues- und Rockalbum besinnt er sich zurück auf seine Wurzeln.

Seinen 70. Geburtstag feiert Johnny Hallyday am 15. Juni übrigens im «Théâtre de Paris» mit einem intimen und exklusiven Konzert. Wie könnte es auch anders sein.

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