Mit Nana Mouskouri über den Dächern von Genf

Für SRF Musikwelle-Moderator Martin Wittwer ist es einer jener Interviewtermine, die ihm einen wahren Adrenalinschub verpassen – ein Interviewtermin mit einem Weltstar, den er nicht vergessen wird. Dabei fällt ihm sofort auf, dass Nana Mouskouri sich niemandem mehr zu beweisen braucht.

In der Lounge von RTR mit atemberaubender Aussicht über  Genf.

Bildlegende: Nana Mouskouri und SRF Musikwelle-Moderator Martin Wittwer. SRF

Ein wenig aufgeregt ist er, Moderator Martin Wittwer, als er mit dem Fahrstuhl ins oberste Stockwerk des Gebäudes von Radio Télévsion Suisse fährt. Hier oben - in der Lounge mit atemberaubendem Ausblick über die Dächer der Stadt - wird er von einem ebenso atemberaubenden Weltstar empfangen. Gleich zu Beginn kann Martin sich eine Bemerkung über Nanas markantes Äusseres natürlich nicht verkneifen.

Schwarze Brille, schwarzes Haar

Rehbraune Augen, umrahmt von einer markanten, schwarzen Brille, das Gesicht umschmeichelt von schwarzem Haar, so hat sich das Bild von Nana in unseren Köpfen eingeprägt.

Nicht anders präsentiert sie sich in der RTS Lounge. So gewohnt dies Bild aber auch erscheint, so auffällig ist es nach wie vor. Dabei ist es nicht selbstverständlich, dass sich ihr Look zu ihrem Markenzeichen entwickeln konnte. Sie erzählt Martin Wittwer von den anfänglichen Quereleien, die sie deswegen mit Regisseuren und Agenten hatte. Auch ihr Name Nana wurde verspottet. Aber sie blieb beharrlich. Heute könnte man sich Nana gar nicht mehr anders vorstellen.

Sogar Elvis Presley war Nana Fan

Ein weiteres Markenzeichen von Nana ist ihre glasklare Sopranstimme, mit der sie schon so manchen Welthit interpretierte.

Sie erinnert sich beispielsweise daran, dass ihr grösster Erfolg «Weisse Rosen aus Athen» im griechischen Original «Wenn du dreimal pfeifst» lautete, und eine Liebesgeschichte im Sinne von «Romeo und Julia» beschrieb.

Ausserdem erinnert sie sich mit Stolz daran, dass sogar Elvis Presley ihre Single zuhause in Graceland öfters hörte. Das erzählte er ihr dereinst voller Begeisterung bei einem persönlichen Treffen.

Ein Weltstar unter Weltstars

Elvis Presley war aber nur einer von vielen Stars, die Nana Mouskouri während ihrer Karriere kennenlernen durfte.

So arbeitete sie auch mit Leonard Cohen, Bob Dylan, Harry Belafonte oder Frank Sinatra zusammen.

Wegweisend war ihre Zusammenarbeit mit Star-Produzent Quincy Jones. Noch bevor dieser mit Michael Jackson zusammen Musikgeschichte schrieb, holte er Nana nach New York und nahm mehrere Lieder mit ihr zusammen auf. Diese Begegnung beschreibt die Sängerin heute als eine der wichtigsten in ihrem Leben.

«  Die Musik war meine erste grosse Liebe, und wird die letzte sein. »

Nana Mouskouri

Nana Mouskouri konnte schon seit Anbeginn ihrer Karriere auf verschiedenen Bühnen tanzen.

Sie genoss eine klassische Gesangsausbildung und brillierte als Jazzsängerin genauso wie als Interpretin populärer Schlager.

Spricht man sie auf ihre Schlagerkarriere an, wird schnell klar, dass sie diesbezüglich keine Berührungsängste hat.

Ein bisschen griechisch, ein bisschen schweizerisch

Es fällt auf, dass Nana Mouskouri Leben viele Konstanten aufweist. Da ist einerseits ihr Erscheinungsbild, aber auch, dass sie seit 1962 ohne Pause Konzerte gibt und Tonträger produziert.

Zudem lebt sie schon seit 50 Jahren im Kanton Genf und fühlt sich mittlerweile gar ein wenig als Schweizerin. Ihre beiden Kinder kamen hier zur Welt und besitzen beiden den Schweizer Pass.

Am 13. Oktober 2014 konnte sie ihren 80. Geburtstag feiern. Eigentlich schade, dass sie ihre Happy Birthday Tour 2015 nur durch Deutschland und Österreich, nicht aber durch ihre Wahlheimat führen wird.

Was die Zukunft bringen wird, lässt Nana Mouskouri jedenfalls noch offen. Wer weiss, vielleicht liegt sogar noch ein neues Album drin.

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