«Schweizer Geschichten» mit Fritz Hans Schwarzenbach

Primarlehrer, Wissenschaftler, Expeditionsteilnehmer: Der 88-jährige Fritz Hans Schwarzenbach kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Sein Erfahrungsschatz ist riesig, seine Erzählung ein Sammelsurium spannender Geschichten. 1953 hat er zum Beispiel die Expedition zu den Baffininseln begleitet.

Fritz Hans Schwarzenbach sitzt im Freien inmitten einer grünen Landschaft und hält ein Buch auf den Knien.

Bildlegende: Botaniker Fritz Hans Schwarzenbach. zvg

Mit Jahrgang 1925 hat Fritz Hans Schwarzenbach den Zweiten Weltkrieg als Jugendlicher miterlebt. Sein Vater habe als Offizier gar im Ersten und Zweiten Weltkrieg dem Vaterland gedient. Schon allein deshalb, sei man von zu Hause aus mit Politik und Weltgeschehen stark verhängt gewesen, sagt der heute 88-Jährige.

Prägend war auch die Ausbildung zum Primarlehrer. Fritz Hans Schwarzenbach lernte in einem Spannungsfeld, in dem Kollegen die Schule verliessen, um in Deutschland der SS beizutreten. In diesem Umfeld entwickle man ein Sensorium für politische Entwicklungen, sagt Schwarzenbach rückblickend.

Nach der Ausbildung zum Primarlehrer hat Fritz Hans Schwarzenbach an der Uni Zürich Botanik studiert. Sein Interesse galt vor allem der experimentellen Mikrobiologie. Seine experimentelle Tätigkeit nahm dank dem Schweizer Chemiker und Nobelpreisträger Paul Karrer ihren Anfang, der für eine Dissertation über Spurenstoffe einen Botaniker suchte.

Zwei Expeditionsteilnehmer sitzen mitten auf einem Schneefeld vor einer imposanten Bergkulisse.

Bildlegende: Titelbild zum Buch «Baffin Island 1953: Tagebuch einer Polarexpedition». zvg

Baffin Island 1953

Als Botaniker hat Fritz Hans Schwarzenbach an zwölf Expeditionen in Berggebieten Ost- und Nordgrönlands teilgenommen. 1953 hat er die Baffin Island Expedition begleitet, organisiert vom «Arctic Institute of North America» in Zusammenarbeit mit der «Schweizerischen Stiftung für Alpine Forschung.» Zu dieser Expedition hat Fritz Hans Schwarzenbach 2008 das Buch «Baffin Island 1953: Tagebuch einer Polarexpedition» veröffentlicht.

Das Tagebuch dokumentiert die Organisation, die Ausrüstung und die Arbeitsweise einer wissenschaftlichen Polarexpedition in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg.

«  Wir wurden in Zweier- oder Dreiergruppen irgendwo an einer Küste ausgesetzt. »

Fritz Hans Schwarzenbach berichtet vom Alltag und der Knochenarbeit der Forscher unter schwierigen Verhältnissen. Er erzählt von heiteren und belastenden Ereignissen, von reissenden Bächen und angriffigen Mücken, von Kameradschaft und Hilfsbereitschaft.

Rückblickend auf die Expeditionen von damals erzählt Fritz Schwarzenbach heute: «Es gab noch keine Kommunikationsmittel. Wir wurden in Zweier- oder Dreiergruppen im Sommer irgendwo an einer Küste ausgesetzt und später zu einem vereinbarten Datum wieder abgeholt.» Die Gruppe sei auf sich allein gestellt gewesen. Das führe zu einem vorsichtigen und verantwortungsbewussten Verhalten. Man sei sich der Gefahren jederzeit bewusst und wisse, falls etwas passiert müsste man je nachdem sehr lange auf Hilfe warten.

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