Selbst der Papst bringt Kurt Witschi nicht aus der Fassung

Radiosprecher Kurt Witschi sitzt an seinem Pult. Konzentriert liest er die Meldungen des Tages noch einmal durch. Plötzlich reisst ihn das Rattern des Fernmeldeschreibers aus seiner Gedankenwelt heraus: «Papst Johannes Paul I ist tot!» Naja, es bleiben ja noch sieben Minuten bis zur Sendung.

Natürlich gerät selbst ein gestandener Radiomann wie Kurt Witschi ein wenig ins Rudern in solch einer Extremsituation. Anmerken würde man es ihm dennoch nicht. Sobald er die Nachrichten verliest,schaltet er den Hebel um. Dann wirkt er souverän, ruhig, infomativ, so wie man ihn eben kennt und schätzt.

Witschi hält Zeitschrift «Radiomagazin» in Händen.

Bildlegende: Kurt Witschi war der erste Träger des «Prix Radiomagazin». keystone

Kurt Witschi kommt 1970 zum Radio. Während Witschi als «Mister Nachrichten» stets dieses Gefühl von Souveränität und Geborgenheit vermittelt, erlebt er selber den turbulenten Wandel der Zeit hautnah mit - nicht nur in den Schlagzeilen.

Alles wird schneller und kompakter

Denn auch die Radiolandschaft verändert sich während seiner über 40 Jahre langen Tätigkeit bei DRS und SRF drastisch.
Die Fernschreiber werden durchs Internet ersetzt, Schreibmaschinen mit Computern ausgetauscht.
Die Nachrichten werden immer kürzer, dafür häufiger und die Sprache verändert sich von einem Kanzleideutsch hin zu süffigen, zugänglichen Texten.

«Die Zeit: 12:30 Uhr»

2013 wird Kurt Witschi pensioniert. Seine Stimme kennen demnach mittlerweile Generationen von Radiohörerinnen und Hörer. Seine Erinnerungen hält er in seinem Buch «Die Zeit: 12:30 Uhr» fest. Dabei blickt er auch intensiv über den Rand seiner eigenen Radiozeit hinaus.