Walti Sigrist und sein Superhorn

Dieser Luzerner Musiker lässt alle anderen Alphornisten klein aussehen. Bis 2013 war Walti Sigrists Instrument so lang wie ein Postauto. Mittlerweile liess er sein Alphorn noch einmal merklich verlängern. Darauf spielen kann allerdings nur er.

Walti Sigrist mit herkömmlichem Alphorn auf seinem Riesenalphorn stehend.

Bildlegende: Imposanter Grössenvergleich. Das Superhorn ist viermal so lang wie ein herkömmliches. zvg

Es bringt 250 kg auf die Waage und misst sage und schreibe 14 Meter. In mühsamer Präzisionsarbeit erstellt Josef Stocker das Instrument in seiner Alphornwerkstatt in Kriens.

Das längste Alphorn der Welt

1989 erzielt er damit einen Eintrag im «Guinness Buch der Rekorde» mit «Längstes Alphorn der Welt». Was fehlt, ist ein Alphornist, der darauf spielen kann. Die theoretisch spielbaren 64 Naturtöne liegen so nahe beieinander, dass sie dem Alphornisten viel Fleiss, höchste Konzentration und Beherrschung abverlangen.

Ausserdem verzögert sich für den Musiker der Klang während des Spielens um ca. eine halbe Sekunde, was eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Erst Walti Sigrist ist, dank seiner fundierten Ausbildung und Blastechnik, in der Lage dazu dem Superhorn wohlklingende Töne zu entlocken.

Alphornist gesucht und gefunden

Mit Walter «Walti» Sigrist aus Ruswil im Kanton Luzern findet Josef Stocker den perfekten Alphornisten zum Spielen des das weltweit längsten Alphorns.

Sigrist beginnt seine musikalische Laufbahn auf der Trompete. Bereits als 16-Jähriger gründet er mit seinen zwei Brüdern seine erste Band. Nach musikalischen Weiterbildungen folgt 1980 sein eigenes Quintett.

Sigrist besucht die Jazzschule Luzern und nimmt Privatunterricht beim Jazzmusiker Peter Schärli. Zudem feiert er erstmals internationale Erfahrungen in der Begleitband des bekannten Violinisten Egon Egemann.

Moderne und traditionelle Alphornklänge

Seit 2002 tritt er fast ausschliesslich mit dem Alphorn auf und präsentiert eine Mischung aus moderner und traditioneller Musik rund um dieses traditionelle Instrument.

Es folgen erfolgreiche Auftritte an verschiedenen Festivals und Openairs in der Schweiz, Holland, Tschechien, Deutschland Österreich und der Türkei. Mit der Single «Here comes the Horn» erreicht Walti Sigrist seine erste Chart-Platzierung in der Schweizer Hitparade.

Sigrist in Trachtenhemd bläst andächtig in sein Horn. Im HIntergrund sieht man das Matterhorn.

Bildlegende: Walti Sigrist beim Weltrekord auf dem Cornergrat. zvg

Dimensionen der Superlative

Seit rund vier Jahren spielt Sigrist zudem das grösste, musikalisch einsetzbare Alphorn der Welt - das «Superhorn». Er tritt damit als besondere Attraktion an ausgewählten Anlässen auf.

Der Alphornist ist besonders stolz darauf, dass er damit das einzige Naturhorn besitzt, auf dem sich die Schweizer Nationalhymne spielen lässt.

Rekordkampf um Zentimeter

Der Titel «Das längste Alphorn der Welt» ruft natürlich Neider auf den Plan. Ein Amerikaner entwickelt seinerseits ein Alphorn, welches Walti Sigrists Monsterinstrument um zusätzliche 30 m übertrifft. Aber Sigrist gibt nicht klein bei. 2013 spielen auf dem Cornergrat 508 Alphornisten gemeinsam auf und erzielen damit einen Weltrekord. Mit dabei ist auch Walti Sigrist.

Zum grossen Erstaunen seiner Mitspieler präsentiert er dabei sein Horn der Superlative - 48 cm länger als der Vorgänger - und sichert sich damit erneut den Titel als Besitzer des längsten Alphorns der Welt.

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