Zahnpflege im Alter: Sieht gut aus und tut gut

In der Reklame werden Zahnpasta und Zahnbürste zwar mit dem strahlenden Lächeln beworben. Dabei hat die Mundhygiene auch einen grossen Einfluss auf unsere Gesundheit. Laut Studien kann mit der richtigen Mundhygiene jeder zehnte Todesfall aufgrund einer Lungenentzündung verhindert werden.

Audio «Richtige Zahnpflege im Alter» abspielen

Richtige Zahnpflege im Alter

4:42 min, aus Musikwelle Magazin vom 26.01.2015

Ausserdem kann eine mangelhafte Mundhygiene Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Hirnschläge oder allenfalls Alzheimer begünstigen. Bei Letzterem steckt die Forschung allerdings noch in den Kinderschuhen.

Wer die Zähne schlecht putzt, hat also nicht nur ein höheres Risiko für einen Kariesbefall oder einen Zahnverlust, sondern schadet womöglich auch seiner körperlichen Gesundheit. «Bakterien von Entzündungen in der Mundhöhle gelangen über die Blutbahn in verschiedene Organe und können dort wiederum Entzündungen verursachen», erklärt Martin Schimmel, Leiter Gerodontologie der Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern.

Doch gerade ältere Leute vernachlässigen ihre Zahnpflege häufig. Vielleicht weil ihre Kraft oder Geschicklichkeit nachlassen, weil sie sowieso schon genug zum Arzt gehen und sich darum den Zahnarztbesuch sparen oder weil sie viele Medikamente nehmen, welche negative Auswirkungen auf die Mundhygiene haben.

Martin Schimmel rät darum:

  • Elektrische Zahnbürsten: Diese sind einfacher in der Handhabung.
  • Fluoridhaltige Zahnpasta: Diese stärkt die Zähne und hält Karies in Schach.
  • Allenfalls Mundspüllösungen: Als einfache Ergänzung.
  • Besonderes Augenmerk auf die Zahnzwischenräume: Wenn die Verwendung von Zahnseide zu kompliziert wird, häufiger den Dentalhygieniker aufsuchen.
  • Wenig Zucker: Achtung! Auch diverse flüssige Medikamente enthalten viel Zucker.
  • Ein- bis viermal jährlich zum Zahnarzt und dem Dentalhygieniker.

Das Fachgebiet der Gerodontologie, der Zahnmedizin im Alter, wird immer wichtiger. Deshalb hat die Universität Bern im Sommer 2014 die Abteilung von Martin Schimmel gegründet. Am 13. Februar 2015 findet in Bern das erste internationale Gerodontologie Symposium für Fachpersonen statt.

Sendung zu diesem Artikel