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Schlager Die Wahrheit hinter «Ruf’ Teddybär eins–vier»

Jonny Hills Evergreen über den kleinen, querschnittgelähmten Funker und den Trucker mit grossem Herz berührte Millionen von Menschen. Sein «Ruf’ Teddybär eins-vier» ist zwar ein Cover, der deutsche Text dazu stammt aber aus seiner Feder. Anfangs standen die Zeichen für einen Hit jedoch schlecht.

Mann lehnt sich an Baum, dahinter Herbstblätter.
Legende: Ursprünglich sollte Jonny HIll der Nachfolger von Freddy Quinn werden. SRF

Jonny Hills Plattenfirma hatte anfänglich die Idee, dass er die bekanntesten Country-Songs wie Lucille, Ring of Fire oder Detroit City auf Deutsch herausbringen sollte. Dabei stolperte Hill auch über einen sentimentalen Titel des amerikanischen Sängers Red Sovine. Dessen «Teddy Bear» handelte ebenso von einem körperlich behinderten Jungen, der per Funk Kontakt zu einem Lastwagenfahrer aufnimmt. Hill war tief berührt und machte sich daran den Text zu übersetzen. Eigentlich war es für die damalige Zeit ein Tabubruch, «Behinderung» in einem Schlager zu thematisieren. Hill hatte diesbezüglich aber keine Skrupel, da er selber Vater eines körperlich und geistig behinderten Jungen war.

Über Umwege in die Charts

Die Plattenfirma war vom Resultat nicht angetan. Nur dank guter Beziehungen wurde «Ruf’ Teddybär eins-vier» dennoch als Single ausgekoppelt – wurde nun aber von den Radiostationen boykottiert. Eine herzzerreissende Story im Country-Stil machte neben angesagten Disco-Nummern von Baccara und Konsorten eben keine gute Falle – so der allgemeine Tenor.

Nur Radio Luxemburg spielte Hills Teddybär rauf und runter. Der Sender wiederum war damals so populär, dass es die Single letztlich im April 1979 doch noch in die Hitparade schaffte und sein grösster Erfolg wurde. Seither ist der Titel sein Steckenpferd und Hill wird automatisch mit nachdenklichen Liedern und Texten in Verbindung gebracht. Diese prägen denn auch seine Konzerte, womit er sich von der grossen Masse an Schlagersängern abhebt. Dies ist ihm auch sehr wichtig ist.

Thurgau ist wie die Steiermark

Nach über 30 Jahren in Hamburg lebt Jonny Hill schon seit geraumer Zeit am Bodensee. Das idyllische Weinfelden mit seinen Fachwerkhäusern hatte sein Herz schon beim ersten Besuch erobert. Die sanfte hügelige Landschaft des Thurgaus erinnert ihn zudem an seine ursprüngliche Heimat, die Steiermark. Mit seinen 77 Jahren lebt Hill nach wie vor nach der Devise «Wer rastet, rostet».

Immer auf Achse

Dementsprechend ist er immer auf Achse. Aktuell beweist er sein grosses Herz für Tiere. Sein neustes Album ist nämlich allen Vierbeinern gewidmet. Fans dürfen sich zudem über den Titel «Ich hatte niemals einen Freund wie mein Pferd» freuen, der von Drafi Deutscher stammt und über 40 Jahre lang in Jonny Hills Schublade schlummerte. Im 2018 ist zudem eine Tour durch die Schweiz unter dem Titel «Jonny Hill berührt» geplant.