Für Wencke Myhre sind alle Fans gleich Freunde

Schon als sie in den 1960er-Jahren ihren Durchbruch hatte, war für Wencke Myhre eines klar: Sie wollte Ihren Fans immer auf Augenhöhe begegnen. Fans gab es deshalb keine, sondern nur Freunde. Beatrice Hunziker war Wencke-Freundin der ersten Stunde und leitet heute den Schweizer Fanclub.

Am 15. Februar 2017 feiert Wencke ihren 70. Geburtstag. Eigentlich könnte Beatrice Hunziker sie gleich persönlich anrufen, besitzt sie doch die private Handynummer ihres Stars. Als Fanclub-Leiterin geniesst man zwar gewisse Privilegien, das Vertrauen, das ihr Wencke hier entgegenbringt, ist jedoch ein weiterer Beweis dafür, dass sie keine Nähe scheut. Dennoch zögert Beatrice, und schickt stattdessen lieber eine SMS. Vielleicht besser so, denn Wencke ist momentan total gestresst.

Star singt in Microphon in gelbem Outfit miit keckem Hut.

Bildlegende: Mit Schalk im Nacken eroberte Wencke ihre Fans. Keystone

Unerwartetes Jubiläumskonzert

Eigentlich wollte Myhre nämlich ihr Jubiläum ganz ruhig und zurückgezogen mit ihrer Familie zusammen zelebrieren. Dann aber fing es an mit Intervieterminen und Anfragen wegen eines kleinen Konzerts. Letztlich entstand daraus ein Plan für eine riesengrosse Show mit 7000 Konzertbesuchern und zusätzlichen Stargästen wie Johnny Logan.

Das Jubiläumskonzert findet am Samstag den 18. Februar in Oslo statt und die Vorbereitungen sind in vollem Gange.

Daran merkt man, dass Wencke auch in ihrer Heimat Norwegen eine grosse Fangemeinde hat. Besonders im deutschsprachigen Raum konnte sie in den 1960er-Jahren aber ganz grosse Erfolge feiern.

Mit einem Lachen in der Stimme

Als ihr Produzent sie nach Deutschland holte um aus ihr ein Schlagerstar zu machen, konnte Wencke angeblich nur ein paar Brocken Deutsch, die sie in der Schule gelernt hatte. Die ersten Hits soll sie sogar mit Unterstützung von Lautschrift eingesungen haben. Mittlerweile beherrscht Wencke Hochdeutsch fliessend.

Wencke etablierte sich schnell als nordische Frohnatur, die bei Titeln wie «Er steht im Tor», «Beiss nicht gleich in jeden Apfel» oder «Eine Mark für Charly» ihren neckischen Charme voll zur Geltung bringen konnte. Ihr «Knallrotes Gummiboot» wurde zum absoluten Evergreen, der auch heute noch auf so mancher Party Stimmung in die Bude bringt. Wencke gibt zu, dass ihr der Titel besonders ans Herz gewachsen ist.

Volle Pulle trotz Brustkrebs

Im August 2010 gab Wencke Myhre bekannt, dass sie an Brustkrebs erkrankt sei – eine Schockdiagnose, die so gar nicht zu ihrem Image als Ulknudel passen wollte. Mittlerweile hat sie den Krebs aber besiegt Dennoch hat er zumindest seelische Spuren hinterlassen. Davon kleinkriegen lässt sich Wencke dennoch nicht. Mit «Voller Pulle» will sie ins neue Lebensjahrzehnt starten, wie sie selber sagt.