Zum 75. von Milva «La Rossa»

Ihr rotes, wallendes Haar betört noch heute. Milva «La Rossa», wie sie ihre italienischen Landesgenossen liebevoll nennen, feiert ihren 75. Geburtstag. Die Sängerin mit der rauchigen Stimme überzeugt seit Jahrzehnten mit Chansons voller Kraft und Zuversicht.

Nahaufname von Milvas Kopf. Ihre Hände umklammern ein Microfon. Ihr Blick ist in die Ferne gerichtet.

Bildlegende: Voller Leidenschaft und mit grosser Ausstrahlung singt Milva ihre Chansons wie hier 2005 im Kongresshaus Zürich. Keystone/ Niklaus Stauss

«Ganz Frau und trotzdem frei zu sein», davon singt sie nicht nur, dafür steht sie auch. Milva, mag kühl und distanziert wirken, gleichzeitig strömt sie mit ihrer roten Haarpracht und der rauchigen Stimme Temperament und Leidenschaft aus. Eine unnahbare Diva, die mit ihren Melodien zu berühren versteht.

Ein neuer Typ Frau

«La Rossa» singt vom Kampf des Lebens, von blauen Flecken auf der Seele und gleichzeitig von Mut und Zuversicht. Mit stolz-geschwellter Brust verkündet sie «Hurrah wir leben noch» oder stimmt zu einer Ode an die Freiheit an.

Milva -mit bürgerlichem Namen Maria Ilva Biolcat –verkörpert in den Achtzigern einen neuen Typ Frau, der sich nicht unterkriegen lässt.

Später schafft sie vor allem mit ihren Brecht-Interpretationen den Durchbruch. Auch auf die Opernbühne macht sie in ihrer über 40 Jahre andauernden Karriere öfters einen Abstecher oder interpretiert eindrücklich Chansons von Edith Piaf und Zarah Leander.

Auch privat zurückhaltend

Während sie auf der Bühne den kühlen Vamp symbolisiert, geht ihre einzige Ehe in die Brüche. Auch gesundheitlich muss die Diva zurückstecken. 2010 verkündet sie ihren Rücktritt von der grossen Showbühne. Kleine Konzerte und Auftritte – wie zuletzt 2012 beim Musikantenstadl – nimmt sie aber dennoch wahr.

Am 17. Juli 2014 feiert Milva ihren 75. Geburtstag. Vom grossen Rummel hält sie sich fern und steht, laut ihrem Management, auch nicht für Interviews zur Verfügung.