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Altes Handwerk Schindelmachen – pure Handarbeit

Schindeldächer prägten über lange Zeit das Bild ländlicher Gebiete. Später waren sie immer seltener zu sehen. Und vor nicht allzu langer Zeit drohte gar das Handwerk des Schindelmachers auszusterben. Heute erfreuen sich die Schindeldächer einer steigenden Nachfrage und immer grösserer Beliebtheit.

Mann spaltet Holz mit Werkzeug.
Legende: Das Spalten mit dem Schindeleisen von Hand lässt die Holzfasern intakt. Dadurch haben Schindeln eine deutlich längere Lebensdauer. SRF

Schuld am Rückgang des Schindeldaches war das Brandrisiko. In den immer grösser werdenden Städten entstanden wegen ungenügender Löschmöglichkeiten und enger Bebauung immer häufiger grosse Brände. Dies führte regional zum Verbot des Schindeldaches. Auch infolge der Holzknappheit wurde das Schindeldach immer mehr vom Ziegel und Schiefer verdrängt.

Dabei bietet ein Schindeldach wesentliche Vorteile. Im Innern eines Hauses mit Schindeldach herrschen in der Regel angenehme Temperaturen, da die Holzschindeln Unterschiede ausgleichen. Ebenso bildet sich unter dem Dach kein Kondenswasser.

Ein Dach aus Tannenschindeln hält ungefähr 30 bis 50 Jahre, eines aus Lärchenschindeln bis zu 70 Jahre. Wesentlich für die Lebensdauer ist die Herstellung. Von Hand gespaltene Schindeln haben eine deutlich längere Lebensdauer.

Portrait von Dres Blatter.
Legende: Dres Blatter kennt sich mit der Herstellung von Schindeln aus. SRF

Fingerfertigkeit ist gefragt

Schindelmacher Dres Blatter braucht für die Herstellung einer Schindel 40 bis 60 Zentimeter lange Holzstücke. Diese bestehen vorwiegend aus Fichte, also Rottanne. Mit dem Schindeleisen spaltet er das 10 bis 15 Zentimeter breite Holz in 5 bis 6 Millimeter dicke Schindeln.