Die Näfelser Sagenwelt von Fridolin Hauser

«Sagen sind Vergangenheit. Sie haben ihre Bedeutung in der heutigen Zeit eigentlich verloren. Dennoch bewegen sie die Gemüter nach wie vor», so beschreibt es der Glarner Sagenerzähler Fridolin Hauser, der sich am liebsten «Osterhazy»nennt und dessen eigenes Leben sagenhaft begann.

Ein Mann mit grauen Haaren, brauner Jacke und braun-rot-weissem Schal.

Bildlegende: Bei seinen Erzählabenden haucht Hauser den Näfelser Sagen eindrücklich Leben ein. youtube

Sein Geburtstag fällt zusammen mit Ostern. Daher nutzt der Glarner Geschichtenerzähler in seinen Erzählungen gerne das Pseudonym «Osterhazy». Ausserdem erblickte er just dann das Licht der Welt, als man den Jahrestag der Schlacht bei Näfels feierte. 50 Meter von seiner Geburtsstätte entfernt stand ein enstprechendes Denkmal und die Kirchglocken läuteten obendrauf. Sein Vater war ein waschechter Glarner, seine Mutter eine Österreicherin. So gesehen war er das Versöhnungsgeschenk. «Das sind zu viele Zufälle auf einmal», meint Hauser schmunzelnd dazu. Er selber böte also schon genügend Erzählstoff für eine Sage.

Schaurig schöne Sagen im Seitental

Die Liebe zur Glarner Sagenwelt erbte er von seinem Vater. Dieser verstand es die schaurig schönen Geschichten packend zu erzählen – noch dazu in sagenhafter Umgebung in einem Glarner Seitental jeweils am Ende eines anstrengenden Heutages.

Brutal ging es in diesen Geschichten bisweilen zu und her. Für Klein-Fridolin aber kein Problem, sondern Faszination pur. Eine Faszination, die ihn bis ins Erwachsenenleben begleitete. Den Impuls dazu, sich explizit für Näfelser Sagen zu interessieren, setzte ein Dorfsattler.

Schulkinder lieferten Kulturgut

Dieser war über Jahrzehnte hinweg auf der Suche nach einem Sagenbuch – eine Sagensammlung eines Näfelser Sekundarlehrers. Dieser hatte seine Schüler im Rahmen der Landi-Ausstellung 1939 damit beauftragt, ihr Sagenwissen für sein Werk zusammenzutragen.
Fündig wurde Hauser schliesslich in einer Bibliothek und war gleichermassen begeistert davon. Das Besondere an dem Buch ist der enge Bezug zu Näfels, denn die regional begrenzten Geschichten heben sich von den anderen Glarner Sagen entsprechend ab.

Näfelser Sagen