Bei «Carillon Plus» werden Kirchenglocken zu Musikinstrumenten

Vor Jahren besuchte der Musiker Beat Jaggy den Glockenturm der Kirche in Visp. Dabei wurde die Idee geboren, Konzerte mit Kirchenglocken zu inszenieren, um die Kultur neu zu beleben und vor dem Verschwinden zu bewahren. Innovativ dabei ist das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten und Gesang.

Der Walliser Schlagzeuger und «Kreativkopf» Beat Jaggy gründete die Konzertreihe «carillon plus». In diesen Konzerten werden die Kirchenglocken (Carillons) zu Instrumenten, welche mit anderen Instrumenten oder Sängerinnen und Sängern zusammen musizieren. Während sich die Musiker und Sänger innerhalb der Kirche befinden, spielen die Glocken im Turm. Das stellt natürlich eine Herausforderung dar.

Konzerte mit viel Technik

Mit aufwändiger Technik werden die Glockentöne aus dem Turm und die Musik im Kirchenraum zusammengeführt. Damit das Zusammenspiel überhaupt möglich ist, sind die Musiker über ein Kommunikations-System verbunden. Über dieses System leitet Beat Jaggy die Konzerte sozusagen als Regisseur. Der Chordirigent, die Orchestermusiker im Kirchenraum sowie die Musiker im Kirchturm haben einen Knopf im Ohr, über den sie die Anweisungen, den Takt sowie die Musik hören.

«Abklang» aktuell in Glis zu hören

Zu bewundern ist ein solches «carillon plus-Projekt» vom 7. bis am 9. Oktober in der Pfarrkirche Glis. Dieses steht unter dem Titel «Abklang». Erzählt werden dabei Geschichten von berühmten und weniger bekannten Namen auf dem Gliser Friedhof. Die Glocken werden hierbei von vier Musikern des Ensembles «schlagfertig» gespielt. Die Konzertbesucher hören diese Glocken im Kirchenraum über Lautsprecher. Zusammen mit dem Kirchenchor Glis, dem Ensemble «da capo» und einem ad hoc Orchester entsteht ein eindrückliches Musikerlebnis.

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