Ein ganz grosser der Schweizer Volksmusik: Willi Valotti

Er gilt als der bekannteste Akkordeonist der Schweizer Volksmusikszene, wirkte bis heute auf rund 1000 Einspielungen mit und hat mit seinen Kompositionen das Jodellied revolutioniert: Willi Valotti, ein Toggenburger Vollblutmusiker mit italienischem Pass.

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Akkordeonduo Willi Valotti - Dani Bösch

2:25 min, aus Potzmusig vom 2.2.2013

Willi Valotti ist Bürger von Ennetbühl im Toggenburg und Brescia in Italien, geboren wurde er 1949 in Wattwil. Bereits mit fünf Jahren erhielt er ein erstes Örgeli geschenkt, damals faszinierte ihn aber eher der Klang dieses Instruments beim Hinunterpurzeln auf der Treppe. Auf seinem zweiten Örgeli machte der kleine Willi unter der Anleitung seines Onkels die ersten Versuche, und bald wurde sein grosses Talent entdeckt. Sein Wunsch nach einem Musikstudium wurde ihm nach der Schulzeit nicht erfüllt, und so erlernte Valotti den Beruf als Plattenleger.

Vom Plattenleger zum Musiklehrer

Der unerwartete Tod seines früheren Akkordeonlehrers Jakob Waespe in Wattwil bedeutete dann die berufliche Wende. Willi begann in dessen Musikschule Unterricht zu erteilen.

Gruppenfoto vom Musikquartett Willis Wyberkapelle.

Bildlegende: Willis Wyberkapelle wyberkapelle.ch

Inzwischen bereichert er seit mehr als 40 Jahren mit seiner virtuosen und gefühlvollen Spielkunst sowie mit anspruchsvollen Kompositionen die Schweizer Volksmusik. So prägte er bei der Kapelle Heirassa den heutigen Innerschweizer Ländlermusikstil entscheidend mit.

Aktuell spielt er diesen Stil vorwiegend mit «Willis Wyberkapelle». Mit den «Alderbuebe» pflegt er aber auch die Appenzellermusik, und immer wieder ist er auch mit anderen Formationen und Projekten unterwegs – von der «Kapelle Syfrig-Valotti» über das «item Quartett» bis hin zur «Capella Casimir».

Die Liebe zum traditionellen Naturjodel

Eine grosse Leidenschaft ist für Willi Valotti aber auch der Jodelgesang – so dirigierte er jahrelang die beiden Jodlerklubs Wattwil und Männertreu Nesslau-Neu St. Johann.Am Herzen liegen Valotti die traditionellen Naturjodel, auf der anderen Seite hat er mit seinen Jodelliedern neue Wege beschritten.

Mit seinen jodlerischen Ideen löste Valotti zuerst nicht überall Begeisterung aus. Das Chorlied «z’Alp» beispielsweise, heute eine seiner beliebtesten Kompositionen, stiess damals gemäss Kritikern «an die Grenzen des volkstümlichen Liedguts». Gerade für sein Wirken im Bereich Schweizer Volksmusik wie auch auf dem Gebiet des Jodellieds erhielt Willi Valotti 2003 den «Goldenen Violinschlüssel», die höchste Auszeichnung in der Schweizer Volksmusik überhaupt.

Willi Valotti ist aktuell nach wie vor nicht nur ein gefragter Musiker, sondern arbeitet auch im Hintergrund an verschiedenen Fronten mit. So ist er zum Beispiel jedes Jahr zusammen mit Carlo Brunner für das Programm des renommierten «Heirassa-Festival Weggis» verantwortlich.

Brunch mit Willi Valotti

Brunch mit Willi Valotti

Als Gast von Moderator Sämi Studer erzählt Willi Valotti im SRF Musikwelle Brunch mehr über die bevorstehende neunte Ausgabe des «Heirassa-Festival Weggis», erinnert sich an witzige Anekdoten aus seinem (Musiker-)Leben und präsentiert seine Wunschmusik.

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