«I freu mi» passt ausgezeichnet zum 90. Geburtstag von Paul Meier

Zufriedenheit ist Paul Meier im Alter wichtiger als Gesundheit. Am 14. August feiert der Baselbieter Jodelliederkomponist den 90. Geburtstag im privaten Kreis. Drei Wochen später gibt es ihm zu Ehren ein Jodelkonzert mit fünf Jodelgruppen, die ihm besonders am Herzen liegen.

Aus dem Fotoalbum von Paul Meier

Während 44 Jahren war Paul Meier im Basellandschaftlichen Schuldienst tätig. Sein Liebe galt insbesondere dem Schulgesang und der heimatlichen Sprache. «Traugott Meyer und Johann Hebel gehören noch heute zu meinen Favoriten», schreibt der Komponist auf seiner Homepage.

Die Liebe zum Jodellied entdeckt er erst in späteren Jahren. Die Namen Jakob Ummel, Vreni Kneubühl oder Robert Fellmann seien ihm zwar ein Begriff gewesen, doch mit Jodelliedern habe er lange nichts zu tun gehabt.

Der Nichtjodler als Dirigent eines Jodlerklubs

Das sollte sich mit einer Anstellung als Lehrer in Muttenz ändern. Paul Meier wurde angefragt, ob er nicht den Jodlerklub Muttenz als Dirigent übernehmen wolle.

«Das ist unmöglich, ich kann weder jodeln noch kenne ich den Jodelgesang», war seine erste Reaktion. Worauf der Präsident des Jodlerklubs nur meinte: «Sie müssen nicht jodeln, sondern nur den Chor leiten, das Jodeln können sie den Sängern überlassen.» Also sagte Paul Meier zu, unter der Bedingung einer halbjährigen Versuchsphase. Aus dem halben Jahr wurden schliesslich 28 Jahre.

Eine besondere Liebe verbindet Paul Meier mit dem Jodlerklub Mayenfels, der 1959 in Pratteln gegründet wird. Er war als Dirigent von der ersten Stunde an aktiv und blieb es während über dreissig Jahren. Zusammen mit seiner Frau Sonja, einer begabten Jodlerin, sei der Mayenfelser Jodlerklub zu einem angesehen und erfolgreichen Verein geworden. «Sonjas Liebenswürdigkeit und ihr grosses Talent haben den Charakter dieser Gruppe von 1967 bis zu ihrem frühen Tod im Jahr 1988 entscheidend geprägt», so der 90-Jährige.

«I freu mi» als Jodelhit von 2008

Rund 200 Kompositionen für verschiedene Chorgattungen und Kleinformationen umfasst Paul Meiers Sammlung. Das älteste Dokument in seinem Archiv ist eine Schellackplatte mit 78er Drehzahl aus dem Jahren 1951. Sie enthält Lieder von Paul Müller-Egger, Robert Fellmann oder Oskar Friedrich Schmalz, aufgenommen mit dem Gemischten Chor Langenbruck.

Das Jodellied «I freu mi» ist für Paul Meier persönlich sein grösster Erfolg. Am Eidgenössischen Jodlerfest 2008 in Luzern wurde es gleich zwölf Mal als Wettvortrag dargeboten und setzte damit eine Rekordmarke.

Vorfreude aufs viele Händeschütteln

Gerne erinnert sich Paul Meier an die vielen besonderen Momente in seinem langen Leben. Ebenso gerne blickt er voraus auf sein Geburtstagsfest, das er mit Familie und Freunden am 4. September feiert.

Den Auftakt bildet ein Jodelkonzert mit fünf von Paul Meier eingeladenen Formationen. Anschliessend bleibt viel Zeit zum gemütlichen Beisammensein. «Ich freue mich auf die vielen Leute, die ich zum Teil seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen habe», meint der Jubilar zufrieden.

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