Otto Truttmann brachte die Blockflöte zur Schweizer Volksmusik

Er war der erste, der Schweizer Volksmusik auf der Blockflöte spielte. Jahrelang trat Otto Truttmann aus Seelisberg erfolgreich mit seiner Huismusig Truttmann auf. Am 1. Januar ist der Urner Volksmusik-Pionier im 83. Lebensjahr verstorben.

Geboren wurde Otto Truttmann am 26. Oktober 1932. Er wuchs als jüngstes Kind in einer zehnköpfigen Familie in Seelisberg auf, in der Musik schon immer eine grosse Rolle spielte. Seine Mutter war Sängerin im örtlichen Kirchenchor, der Vater trat mit seiner Mundharmonika oft an verschiedenen Stubeten auf. Sein 13 Jahre älterer Bruder Josef spielte schon früh auf dem Akkordeon, was das musikalische Interesse beim kleinen Otto weckte.

Erste Versuche auf dem Schwyzerörgeli

Seine Mutter kaufte Otto ein Schwyzerörgeli, um mit seinem Bruder zusammen musizieren zu können. Jedoch habe er es nur geschafft, seinen Bruder mit dem Örgeli notdürftig zu begleiten.

Zwei Volksmusikanten mit Blockflöte und Akkordeon.

Bildlegende: Otto Truttmann begleitet zusammen mit Kari Aschwanden am Akkordeon die Seelisberger Trachtälyt. zvgt Christoph Näpflin

«Zum Vorspielen reichte es mir nicht», sagte Otto Truttmann in einer Radiosendung 1991, «die linke und die rechte Hand machten immer dieselben Bewegungen, und so kamen die Melodien nicht recht zusammen.»

So legte Truttmann das Schwyzerörgeli wieder zur Seite – und entdeckte ein spezielles Blasinstrument: Die Blockflöte.Diese lieh er sich von seinem zweiten Bruder Alois, woraufhin er selber anhand einer Grifftabelle das Spiel auf diesem Instrument lernte.

«Da bemerkte ich schnell, dass man auf diesem Instrument sehr gut Volksmusiktitel spielen kann», erzählte Truttmann im Radio-Portrait von 1991.

Erster Auftritt als 13-jähriger

Erst gerade 13 Jahre alt war Otto Truttmann, als er von seinem Bruder auf dem Akkordeon begleitet seinen ersten Auftritt hatte. Daraufhin erlernte er auch das Klarinettenspiel, und bald schon tat er sich mit seinem Bruder und einem Kollegen zur Huismusig Gebrüder Truttmann zusammen, der späteren Huismusig Truttmann.

Kapelle sitzt in Wohnzimmer mit gelben Gilets.

Bildlegende: Die Huismusig Truttmann bestehend aus Otto, Martina und Stefan Truttmann, Kari Aschwanden und Edi Baumann. zvg

Für diese Formation schrieb Otto Truttmann auch einige Kompositionen. Beim Notenschreiben unterstützte ihn dabei der Dirigent der Musikgesellschaft Seelisberg, welche Truttmann 1946 mitgründete. Später leitete er die Blasmusik als Dirigent und er schrieb auch einige Marschmusik-Titel.

Nebst der Instrumentalmusik liebte der Vollblut-Musikant auch den Gesang, und so war er auch beim Männerchor Seelisberg aktiv, auch hier viele Jahre als Dirigent.

Am 16. Januar 2016 nahm eine grosse Trauergemeinde in der Pfarrkirche Seelisberg Abschied von Otto Truttmann.

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