Karl «Karli» Oswald: Unterhaltungs- und Volksmusiker

Karl Oswald ist in der Schweizer Ländlermusik-Szene bis heute bekannt. Einige seiner rund 20 Tänze werden heute noch gespielt. Sie zeichnen sich durch Originalität und häufig grosse Virtuosität aus. Mit dem Ländler «z'Vitznau am Rigi» ist der vielseitige Musiker auch in der «Sammlung Dür» vertreten.

Karl «Karli» Oswald wird 1927 in Chur geboren. Im Alter von 17 Jahren zieht er nach Zürich und studiert bei Emil Fanghänel Klarinette. Beim Orchester Joe Schmid von den Geschwistern Schmid erhält er sein erstes Engagement mit Auftritten im Restaurant Kindli. Innerhalb von zehn Jahren arbeitet er sich zum versierten Unterhaltungsmusiker hoch, der Abend für Abend eine perfekte Show für ein ausländisches Publikum abliefert. Ausserdem schafft er sich als Jazzmusiker einen Namen.

Karli Oswalds stille Liebe gehört aber immer auch der Volksmusik. Zwischen 1960 und 1966 komponiert er auf seinem heimatlichen Maiensäss Stücke, die prägend sind für eine neue anspruchsvolle Bündner Ländlermusik.

Musiker und Wirt

In dieser Zeit wechselt Karli Oswald ins Wirtefach und übernimmt im Zürcher Niederdorf das Gasthaus «alt Züri», das er im Schottisch «Bündner-Abig im Alt-Züri» verewigt.

Karli Oswald ist erst 39 Jahre alt, als sein Leben ein tragisches Ende nimmt. Eine Schutzimpfung als Vorbereitung für eine bevorstehende Konzertreise nach Japan hat tödliche Folgen.

Archivperle von 1963

Sein musikalisches Vermächtnis ist unter anderem in der umfangreichen Sammlung vom ehemaligen SRF-Musikredaktor Fritz Dür dokumentiert. Die «Sammlung Dür» enthält den Ländler «z'Vitznau am Rigi». In der Aufnahme vom 28. Mai 1963 spielt Karli Oswald mit der Ländlerkapelle Schwyzer Buebe.