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SRF Musikwelle Brunch Heinz Städeli sorgt bei alten Aufnahmen für frische Töne

Nebst Ländlermusik hat Heinz Städeli eine zweite Leidenschaft: Seit Jahrzehnten restauriert er alte Tonaufnahmen. Viele Altmeister bleiben dank seiner Arbeit auch späteren Generationen als Quelle der Inspiration erhalten.

Zwei Männer in roten Sesseln.
Legende: Heinz Städeli ist am Sonntag zu Gast bei Dani Häusler im «SRF Musikwelle Brunch». SRF

Dank einem guten Musikgehör und jahrelanger Praxis ist Heinz Städeli heute ein Vollprofi im Restaurieren alter Tonaufnahmen. Seine grosse Neugier hat ihn schon früh in diese Richtung getrieben. «Schon als Kind wollte ich genau wissen, wie etwas funktioniert, egal ob Radio, Plattenspieler oder Musikautomat, ich musste alles auseinandernehmen», so Städeli. Er habe alle möglichen Leute mit seinen Fragen gelöchert. Schliesslich habe ihn jemand auf die Idee gebracht, Plattenspieler zu reparieren. Also wurde Heinz Städeli Radio-Elektriker und schliesslich Ton-Ingenieur.

«Die Tontechnik hat mich immer interessiert. Aufnahmen von alten Schlagern, begleitet von einem Unterhaltungs-Orchester, haben mich fasziniert. Dass jedes einzelne Instrument so gut hörbar war, hat mich beeindruckt», schwärmt Heinz Städeli.

Von der Matrize bis zur Schallplatte

Dann erzählt er von uralten Aufnahmen und von der Zeit, als Musiker im Studio noch vor einem grossen Trichter platziert wurden, damit bei der Aufzeichnung auch der hinterletzte Ton zu hören war. Aufgezeichnet wurde anfänglich auf eine Wachsrolle, ab 1899 auf Schallplatte.

Die ehemalige Plattenfirma EMI beauftragt Heinz Städeli mit einer ersten Serie «Historische Originalaufnahmen». In der Folge klopft der Ton-Ingenieur bei weiteren Plattenfirmen an und bittet sie um alte Aufnahmen, um diese ebenfalls zu restaurieren. Mit der Sammlung und Restauration alter Ländlermusik-Platten – insbesondere denjenigen von Jost Ribary senior – hat sich Heinz Städeli inzwischen einen grossen Namen gemacht.

Wenn sich Altes mit Neuem mischt

Unzählige Aufnahmen hat er in den letzten Jahren aufgefrischt und verschiedene Projekte realisiert. «Weisch no!» mit Carlo Brunner war eines von vielen.

Die Titel auf diesem Album von 1996 sind eine Mischung als alten und neuen Aufnahmen. So «spielt» Carlo Brunner zum Beispiel mit Kasi Geisser, Jost Ribary Sen., Alois Schilliger oder Kaspar Muther. Zwischen diesen alten und neuen Aufnahmen liegen meist mehrere Jahrzehnte und vor allem viel investierte Zeit von Heinz Städeli.