7 Gründe, warum die Champions League besser wird als die EM

Denkt man zurück an die Spiele der Euro 2016, dann sind die Erinnerungen verschwommen. Warum? Ganz klar, sie waren schlicht und einfach grottenschlecht. Es ist also endlich an der Zeit, dem richtigen Fussball wieder eine Plattform zu geben: Hallo, du schöne Champions League. Hab dich vermisst.

Champions League Ball

Bildlegende: Sagt schon alles oder: ♫ Die Meeeeister, die Beeesten ♫ Reuters

Die Vorfreude war gross, die Erwartungen (wie immer übertrieben) hoch und was dann folgte, war Enttäuschung pur: Die EM bot ausser ein paar wenigen Lichtblicken - man denke da zum Beispiel an das packende Viertelfinalspiel zwischen Wales und Belgien - nicht viel ausser ein paar Gähner und Motten, die mehr Schlagzeilen machten als der Fussball selbst. Die Champions League kann nur besser werden, und zwar aus diesen 7 Gründen:

1. Die Top Teams aus Europa in der Schweiz sehen

Egal ob Real Madrid, Bayern München oder dieses Jahr Arsenal und PSG - dank der Champions League spielen die Top Teams aus ganz Europa in der Schweiz. Du kannst also internationale Klasse erleben, ohne eine weite Reise auf dich zu nehmen, die dann auch ziemlich schnell tief ins Portemonnaie geht.

2. Attraktive Zeiten

Während man bei der EM oftmals nicht alle Spiele schauen konnte, weil diese ja zum Teil schon um 15.00 Uhr stattfanden, kann man bei der Champions League seinen Favoriten ganz bestimmt anfeuern. Die Spiele beginnen alle um 20.45 Uhr - zu einer Zeit, bei der wohl die meisten bereits zuhause sind und nichts Wichtiges mehr zu tun haben, das einen vom Fussball abhalten würde. Zudem ist es angenehm, dass der Wettbewerb über einen langen Zeitraum stattfindet (vom Beginn der Quali-Runden bis zum Finale fast ein Jahr) und man noch Zeit für anderes hat. Ganz im Gegensatz zur EM, bei der während einem Monat alles dem Fussball untergeordnet wird. Auch Schlaf, Pendenzen im Büro oder nicht-fussballbegeisterte Freunde.

Mohamed Salah

Bildlegende: Legendär Mohamed Salah bringt 2013 Basel 1:0 in Führung gegen Chelsea Reuters

3. Endlich Tore aus Schweizer Sicht

Die Leistung unserer Nati war während der EM solid. Aber leider nicht überragend und erst gar nicht torreich. Doch Schweizer Fussball kann mehr, denn der FC Basel hat mehr als einmal in der Königsklasse bewiesen, über was für ein starkes und torgefährliches Team er verfügt. Chelsea bekam das beispielsweise 2013 bitter zu spüren. Selbst wenn dein Herz nicht für Basel schlägt (sorry, meines tut's), dann kann man trotzdem getrost stolz sein, dass ein Schweizer Team international mithalten kann und das Image des Schweizer Fussballs stärkt.

4. Kein Fussballgelaber von Modefans

Das ganze Jahr so: «Fussball, was für ein scheisslangweiliger Sport. Interessiert mich nicht.» Während der Euro 2016 so: «OMG! Die Isländer, hast du gesehen wie die gespielt haben? Island, Island, Island.» Aha. Auf solches Gelaber von Möchtegern-Profis können wir während der Champions League zum Glück verzichten. Wer mitredet, der hat nicht nur bei der Schwester vom Freund von der Kollegin etwas mitbekommen, sondern sich selbst intensiv mit Fussball auseinandergesetzt. Und das tut gut nach dem, was wir während der EM durchmachen mussten.

Englischer Fussball

Bildlegende: Tränen der Trauer Doch Mitleid gab's keines. Reuters

5. Englischer Fussball ist nicht nur schlecht

Die englische Nationalmannschaft war während der EM, naja seien wir ehrlich, ziemlich schwach. Ziemlich peinlich, wenn man mit einem solchen Kader (Rooney, Kane, Sterling etc.) so elend im Achtelfinale gegen Island ausscheidet. Im Clubfussball jedoch beweisen die Engländer immer wieder Klasse und zeigen, dass sie auch international immer noch mit den anderen grossen Ligen mithalten können. Hoffen wir, dass wir auch in dieser Ausgabe der Champions League wieder richtig guten englischen Fussball zu sehen bekommen.

6. Was für eine Hymne

Dazu muss man wohl nicht viel sagen, ausser: «Die Meister, die Besten, les grandes équipes, the chaaaampions» ♥

7. (bis 100.) Der Fussball ist 1000x attraktiver

An einer Europameisterschaft spielen immer auch ziemlich viele Gurken-Mannschaften mit. Nicht zuletzt, weil man von 16 auf 24 Teams aufstockte. Bei der Champions League sieht das massiv anders aus. Hier trifft die Crème de la Crème der Fussball-Elite zusammen. Alle Topspieler der Welt spielen in europäischen Ligen - man denke da an Messi, Suarez etc., die wir während einer EM nicht zu Gesicht bekommen. Viele Spitzenspieler können zudem in ihrem Nationalteams nicht aufblühen, weil diese schlicht und einfach zu schlecht sind. Ein Beispiel: Lewandowski während der EM? So gut wie unsichtbar. Bei Bayern München? Ein Genie.

Was die Champions League zudem noch attraktiver macht, ist, dass hier wenig dem Zufall überlassen wird. Von der Gruppenphase bis und mit dem Halbfinale gibt es Hin- und Rückspiele - und das ist auch richtig so. Mit diesem Prinzip ist es fast unmöglich, wegen einer einmaligen (und nie wiederkehrenden) Spitzenleistung weiterzukommen.

Zur Autorin

Zur Autorin

Nadine Nikles ist Redaktorin bei SRF Virus, fussballbegeistert und spielt seit 14 Jahren selber Fussball. Und sie unterstüzt den FC Basel.