Darum musst du den Herbst in der Schweiz lieben

Pessimisten: «Der Herbst ist der Vorbote des Winters. Alles wird kalt und grau. Die Natur stirbt.» Optimisten: «Die Blätter verfärben sich und das Naturspiel lässt die gesamte Umgebung magisch erscheinen. Herbst ist toll.» Dieser Artikel ist für Optimisten(-innen).

1. Wandern

Hiking

Wandern im Herbst ist weder Fisch noch Vogel? Was will man da über nass-neblige Berge kriechen, wenn es weder Sommer noch Winter ist? Voll falsch: Wandern im Herbst kann so schön sein wie im Sommer und Winter zusammen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Klassiker: dem Aletschgletscher? Eine kürzere, ebenso schöne Wanderung wäre die Gratwanderung über die Lägeren bis nach Baden. Das sind nur zwei Beispiele aus dem bunten Wanderspektrum der Herbstzeit (mehr Tipps findest du auch hier).

2. Drachen steigen lassen

Kite runners

Drachen kann man überall steigen lassen. Ob nun auf der der Weide. Auf dem Feld. Auf einem alten Flugplatz. Auf einem Schiff. Einfach nicht: im Wald. Pro-Tipp: Wenn du deinen Drachen in einer Gruppe steigen lassen willst, wie wäre es dann mit einer Mitgliedschaft im Drachenclub Schweiz?

3. Sonnenuntergänge sind im Herbst am schönsten

Matterhorn

Die Sonne befindet sich im Herbst in einem flacheren Winkel zur Erde. Das Licht verteilt sich im Herbst anders auf der Erdoberfläche als im Sommer. Für Fans von Sonnenuntergängen ist der Herbst eine gloriose Zeit. Denn der Himmel verfärbt sich pinker als im Sommer. Unterstützt wird diese ultimative Kitschatmosphäre noch durch die ohnehin farbigen Blätter.

4. Wild, Marroni, Blutwurst und co.

COLOURBOX2984942

Kürbissuppe, Wildragout (gibt es sicher auch mit wildem Tofu) und Blutwurst - das sind nur einige Gerichte, die mit dem Herbst assoziert werden. Doch der Klassiker sind und bleiben: Marroni. Wie Pilze (siehe dazu Punkt 7) schiessen die Marronistände im Oktober aus dem Boden. Man findet sie hauptsächlich an Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen. Marronis waren ein Grundnahrungsmittel im Tessin und galten lange als «Brotbaum der Armen».

5. «Nachbarn» besuchen

Luzern

Nein, nicht die Nachbarn, denen du tagtäglich im Treppenhaus begegnest. Sondern deine Nachbarsstädte. Wohnst du in Zürich, geh doch mal nach Luzern. Wohnst du in Bern, wie wäre es mit Basel? Besuche die Städte, die du sonst fast nie zu Gesicht bekommst. Wenn du ganz mutig bist, überquerst du sogar die Sprachgrenzen und gehst vielleicht nach Genf oder nach Lugano. Suche dir dort einen feinen Event (bsp. Basel: die Herbstmesse) aus und verbringe den ganzen Tag dort. Dein innerlicher Horizont wird strahlend aufgehen.

6. Blätter pressen

product-original-87868-37979-1364764290-95e433a46a4ab3f24d447f34899be686

Viele haben das in Kindertagen gemacht: Mit der Schulklasse im Wald herumgelaufen, Blätter und Blumen gesammelt und diese dann anschliessend im Klassenzimmer gepresst. Das Blätterpressen erlebt im Jahr 2016 ein unvorhergesehenes Revival (man denke nur an all die schönen Instagram-Motive). Wenn du ernst machen willst, sei dir geraten eine hölzerne Blumenpresse zu kaufen. Damit kannst du die Blätter leichter pressen als mit dicken Büchern.

7. Pilze suchen

Steinpilze

«Go Pilzlä gah» ist ein Klassiker unter Schweizer Herbstaktivitäten. Die Schweiz gilt als wahres Pilzparadies und mit ein bisschen Recherche kann jeder auf die Suche nach Pilzen gehen. Websites wie der Schweizer Pilzticker dokumentieren Fund- und Verbreitungsorte von guten, essbaren Pilzen. Achtung: Für gewisse Gebiete gibt es Sperrfristen. Beachten, denn sonst gibt es fette Bussen.

8. Räbeliächtli schnitzen

Räbeliechtli

Viele Traditionen entstanden aus Notlagen und Alltagsbräuchen, so auch die Räbeliächtliumzüge: Räben galten im alemannischen Raum als Grundnahrungsmittel - daher kommt auch der Brauch des Umzugs. Man hölt das Rübengemüse aus, schnitzt schöne Muster hinein und stellt dann eine Kerze hinein. Der berühmteste Anlass in der Schweiz ist die Räbechilbi in Richterswil, Kanton Zürich. Der findet jeweils am zweiten Samstag im November statt.