Geld verdienen mit Spotify: Dieser Musiker zeigt, wie es geht

Musiker und Labels klagen: Streaming-Plattformen zahlen zu wenig. US-Songwriter Matt Farley umgeht dieses Problem mit einem kreativen Lösungsansatz: er «spammt» den Streaming-Dienst mit über 18'500 Songs zu – und verdient so über 25'000 Dollar pro Jahr.

Matt Farley

Bildlegende: Matt Farley spammt Spotify zu. Pando

Durchschnittlich 0.00437 US-Dollar erhält ein Künstler von der Streaming-Plattform Spotify pro Stream (die genauen Zahlen variieren je nach Quelle). Da braucht es also schon einige Klicks, um sich davon irgendwann ein Sandwich (und vielleicht sogar ein Getränk dazu!) kaufen zu können.

Immer wieder finden sich jedoch gewitzte Menschen, welche den mässig opulenten Spotify-Zahltag mit ein bisschen Kreativität verbessern. Matt Farley ist das Paradebeispiel dafür.

Über 18'500 (!) Songs hat Farley in den letzten zehn Jahren «geschrieben» und auf Spotify veröffentlicht. Anstatt mit Klasse versucht es der 38-jährige US-Amerikaner also mit Masse.

«Geschrieben» steht hier übrigens absichtlich in Anführungszeichen. Über wirkliche Songwriting-Künste verfügt Farley nämlich nicht. Seine Songs sind minimal arrangiert, selten über 90 Sekunden lang und haben nur ein Ziel im Auge: Sie müssen mit der Spotify-Suche möglichst einfach gefunden werden. Der Inhalt ist dabei völlig egal, nur der Songtitel muss stimmen.

Matt Farley schreibt etwa 20 Songs pro Tag

Die 20 Tracks, die Farley pro Tag schreibt, veröffentlicht er unter einem von seinen über 70 verschiedenen und oftmals selbsterklärenden Band- und Artistnamen.

Beispiele gefällig? Als «The Toilet Bowl Cleaners» konzentriert er sich auf Toilettenhumor, unter dem Namen «The Passionate & Objective Jokerfan» parodiert er bekannte Songs, als «The Guy Who Sings Songs About Cities & Towns» singt Farley über – genau – Städte. Informationen für seine Songtexte bezieht er dabei meist aus Wikipedia-Artikeln.

Steter Tropfen höhlt den Stein: mit dieser Taktik verdient Farley immerhin rund 25'000$ pro Jahr (die Songs bietet er nebenbei auch auf iTunes zum Kauf an). Allerdings muss er sich dafür auch immer wieder anhören, dass er keine Kunst macht, sondern lediglich ein «Musik-Spammer» sei. Solange die Kasse klingelt und es Farley mit einem seiner über 18'500 Songs sogar schon in die Talkshow von Jimmy Fallon geschafft hat, dürfte das dem 38-Jährigen aber egal sein.

Übrigens bietet Farley auch einen Dienst für massgeschneiderte Songs an. Für 44 US-Dollar erhält man – innert weniger Stunden – einen persönlich geschriebenen Song vom Musiker.

Stellt sich abschliessend noch die Frage: Wo steigt man bloss bei diesem Monumentalwerk ein? Glücklicherweise hat Farley auf Spotify eine 14-stündige (!) Playlist mit seinen (...besten?) Songs zusammengestellt...

...und sonst gäbe es diesen «deepen» Track: