Kutti MC: Hater müssen sich nun eine neue Hass-Figur suchen

Nach 15-jähriger Karriere und 5 Alben hat Jürg Halter alias «Kutti MC» alles gesagt, was es zu sagen gibt. Es ist vorbei, die Hater müssen sich jetzt «eine neue Hassidentifikationsfigur suchen - oder anfangen sich selber zu lieben», wie er sagt.

Mann trägt Krone in den Händen

Bildlegende: Kutti MC «Es isch ändgültig verbii.» Facebook

Jürg Halter hat per Facebook verkündet (Virus berichtete), dem Tun als «Kutti MC» ein Ende zu setzen. Wir haben mit ihm telefoniert und erfahren, wie es zu diesem Schluss kommt.

Wie kommt es zum Ende von Kutti MC?

«Es isch alles gseit.» Im Interview meint Jürg Halter, jetzt sei der richtige Zeitpunkt zum Aufhören: «Ich habe das nicht geplant. Es war einfach ein Bauchgefühl. Zehn Jahre nach meinem ersten Album, fünfzehn Jahre nach meinem ersten Auftritt als Kutti MC habe ich das Gefühl, als Kutti alles gesagt zu haben. Ich suche immer das Neue. Ich will mich von Altem befreien, damit es Platz gibt für neue Ideen und Kreationen.» Niemand habe vom plötzlichen Ende gewusst, auch seine engsten Freunde nicht.

Weiter sagt Jürg Halter ohne jegliche Bitterkeit: «Die Deutschschweiz ist klein. Und die Vorstellung von Eigenständigkeit ist in der Schweiz sehr beschränkt. Würdest du die Leute auf der Strasse fragen «Möchtest du lieber einen austauschbaren Künstler hören - oder jemand Eigenständiges?» würden alle jemand Eigenständiges wollen. Aber müssen sie dann einem eigenständigem Musiker zuhören, wird es schwierig. Das wollen sie dann doch nicht. Die Zeit für Kutti MC ist vorbei.»

Was kommt jetzt?

«Musikalisch weissi no nid, wie's wiiter geit.» Jürg Halter freut sich auf die Zeit der Ungewissheit.: «Ich habe mir noch keine Gedanken dazu gemacht. Ich habe in den letzten zehn Jahren 5 Alben, 5 Bücher, 2 Hörbücher herausgegeben, war die ganze Zeit auf Tour, habe eine Talkshow gemacht - ich hatte gar nie die Zeit zum Düüreschnuufe. Jetzt ist die Zeit dazu.»

Seine letzten Worte

«Die, wo mi verstöh, die wüsse "One Love" - d'Liebi hört nid uf.» Und den anderen sagt er: «Meinen Hatern wünsche ich viel Glück auf der Suche nach einer neuen Identifikations-Hassfigur. Entweder müssen sie sich jetzt selber hassen - oder anfangen sich selbst zu lieben.»

Adieu, Kutti MC.