Mit welchem Kürbis machst du die beste Suppe?

Kürbisse gehören mittlerweile zum Herbst, wie das Laub auf den Strassen. Und das, obwohl sie lange als «Arme-Leute-Essen» galten. Die Auswahl ist inzwischen gross, und doch wissen nur die wenigsten Bescheid, für was sich welcher Kürbis eigentlich eignet. Wir sind auf Entdeckungstour gegangen.

Kürbisse

Bildlegende: So bunt wie der Herbst Kürbisse sind wahre Schönheiten SRF Virus

Roman Mathis (29)

Bildlegende: Roman Mathis (29) betreibt mit seinen Eltern und seinem Bruder den Mathis-Hof SRF Virus

Auf dem Mathis-Hof in Bottmingen BL werden rund 250 verschiedene Sorten von Kürbissen angebaut. Der perfekte Ort also, um herausfinden, welchen Kürbis man am besten für welches Gericht verwenden kann. Denn wir wissen so ziemlich nichts über das beliebte Herbstgewächs. Roman Mathis (29) hat uns aufgeklärt und uns ins Reich der Kürbisse entführt.

Grundsätzlich können Speise-Kürbisse in drei Familien eingeteilt werden: Cucurbita Maxima, Cucurbita Moschata und Cucurbita Pepo. Wir stellen dir alle vor und zeigen dir ihre jeweiligen Eigenschaften auf.

Cucurbita Maxima

Die Familie der Cucurbita Maxima sind eher bekannt als Riesenkürbisse. Sie sind relativ grobfasrig und eignen sich deshalb besonders gut zum Pürieren. Bei den Kartoffeln würde man von mehligkochend sprechen. Er eignet sich vor allem für Suppen und für die Zubereitung von Babynahrung. Die wohl bekannteste Sorte ist der orange Knirps.

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Cucurbita Moschata

Das Fruchtfleisch der Kürbisse aus der Familie Cucurbita Moschata ist fest und praktisch faserlos. Er eignet sich deshalb hervorragend zum roh Essen. Das wohl bekannteste Exemplar der Familie Cucurbita Moschata ist der Butternuss Kürbis, welcher sich in den letzten Jahren ein bisschen zum Trendkürbis entwickelt hat. Roman empiehlt: Statt immer zum ockerfarbenen Butternuss Kürbis soll man mal zum orangenfarbenen greifen.

Die schön vorgeschnittenen Schnitze, die wir im Supermarkt kaufen können, gehören übrigens auch zu dieser Gattung. Roman ist von diesen nicht sonderlich angetan: «Die Sorte Muscade de Provence, welche wir von den Schnitzen kennen, kann in der Schweiz gar nicht fertigreifen. Eigentlich sollte er vollreif aussen gelb sein, ist jedoch bei uns noch grünlich und hat somit keinen sonderlich intensiven Geschmack.»

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Cucurbita Pepo

Vor rund 25 Jahren gab es in der Schweiz nur eine Kürbissorte, die wirklich angebaut wurde: Der gelbe Zentner. Er gehört zur Familie der Cucurbita Pepo, bei der die Kürbisse vor allem dafür bekannt sind, dass man sie sehr einfach zubereiten kann. Heute sind vor allem der Patisson- und der Delicatakürbis bekannt und beliebt. Romans Schnellmenü-Tipp: Halbiere einen Delicata, nimm die Kerne raus, ab in die Mikrowelle, ein bisschen Sauerrahm und Salz drauf. «Es ist wie ein Gedicht», findet er.

Fun Fact am Rande: Zucchini gehören ebenfalls zu dieser Familie.

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Tüfteln und ausprobieren ist das Credo

«Man kann nicht pauschalisierend sagen, dass sich ein Kürbis nur für Suppen eignet und ein anderer nur zum roh Essen», sagt Roman. Für ihn gilt: solange man nicht ausprobiert, kann man auch nicht wirklich wissen was man mag. «Gerade für jene, die kreativ sind und gerne in der Küche tüfteln, ist Kürbis sehr interessant. Man kann eigentlich jede Sorte für jedes Gericht brauchen.»

Also los, liebe Kürbisfreunde: Ab in die Küche und der Kreativität freien Lauf lassen.

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