Pitchfork Music Festival Paris: Da willst du hin!

Das Festival, an dem du keine einzige Band verpasst. Wir waren mittendrin und finden: Nächstes Jahr musst du auch hin!

Leuchtschriften in der Nacht, die Pitchfork Music Festival zeigen

Bildlegende: Pitchfork Music Festival Die «Grande halle de la Villette» ist im Nordosten von Paris, war früher ein Schlachthaus und ist über 250 Meter (!)... Virus

Warum genau will ich da hin?

1. Das Lineup! Es geht Schlag auf Schlag. Alles, was derzeit Rang und Namen in der Indie- und Electronica-Welt hat, ist am «Pitchfork Music Festival Paris» zu Gast.

2. Keine Überschneidungen! Das Festival findet auf zwei Bühnen statt, die sich in der gleichen Halle gegenüber stehen. Erst wenn eine Band ihr Set fertig gespielt hat, geht's auf der anderen Seite der Halle mit dem nächsten Act weiter.

3. Der Sound! Egal, was für eine Band, egal welcher Musikstil: Soundverhältnisse und Abmischung in der Halle sind stets hervorragend. Keine beschissen klingenden Drums, keine unhörbaren Vocals: Alles klingt, wie es klingen muss.

4. Das Publikum! Die rund 5'000 Besucher des Festivals sind in erster Linie wegen der Musik da: Wasserpistolen und Strohhüte sucht man vergebens. Ausserdem: Das Publikum reist aus der ganzen Welt an. Englisch, Schwedisch oder Deutsch hört man am Festival mindestens genauso oft wie Französisch.

5. Die Halle! Die «Grande halle de la Villette» ist über 250 Meter lang (!!). Sie liegt im Nordosten von Paris. Früher wurde sie als Schlachthaus gebraucht.

Aber Vorsicht: Wer zwei Bands nacheinander sehen will und dabei nicht in der hintersten Reihe stehen möchte, muss Sekunden, nachdem der letzte Ton einer Band erklungen ist, sofort ans andere Ende der Halle sprinten.

Wann ist's denn?

Das Festival findet jeweils am letzten Oktoberwochenende des Jahres statt. Das Datum für das nächste Jahr wurde zwar noch nicht offiziell bestätigt, es ist aber anzunehmen, dass die nächste Ausgabe des Festivals vom 29.-31. Oktober 2015 stattfinden wird.

Wie teuer ist der Spass?

Ein Dreitagespass kostet 110 Euro. Das macht runtergerechnet 4.40 Euro pro Act. Ziemlich fair, ja? Dazu kommen dann aber natürlich noch Übernachtungskosten, da Campieren selbstverständlich unmöglich ist.

Allerdings: Die Preise für Essen und Trinken sind ziemlich hoch: Ein grosses Bier kostet 7.50 Euro, ein Hamburger (mit kaltem Brötchen! WTF?!) ganze 8 Euro. Geheimtipp: Die Sandwiches am «Paper Boy»-Stand mit Truthahn und Feigensenf.

Für diejenigen mit dem grossen Portemonnaie gibt's auf dem Gelände ausserdem ein Bistro, welches Weindegustationen und Käseplatten anbietet. Schliesslich sind wir ja hier in Fronkreisch.

Und wie war’s dieses Jahr?

Sehr, sehr gut! Die Auftritte von Future Islands, The War on Drugs, Four Tet, CHVRCHES, José González, How to Dress Well, James Blake und Jon Hopkins wussten zu überzeugen.

Das Highlight: Caribou
Ihr Konzert wird wohl allen Besuchern lange in bester Erinnerung bleiben. Die Band ist live hervorragend. «Caribou live» hat mittlerweile kaum mehr was mit Gitarren zu tun. Sie sind zu einem Techno-Liveact mutiert - und die Stimmung in der Halle war dementsprechend losgelöst. Spätestens dann, als beim Partykracher «Can't Do Without You» hunderte Luftballons von der Decke purzelten, blieb kein Fuss mehr auf dem Boden.

Die Neuentdeckung: D.D Dumbo
D.D Dumbo aus Australien hat einen Plattenvertrag beim renommierten Label 4AD unterschrieben (dort also, wo auch The National und Grimes ihre Musik veröffentlichen). Vor Kurzem hat er dort seine Debüt-EP «Tropical Oceans» veröffentlicht und nächsten Frühling soll dann sein erstes Album erscheinen. Live performt der Australier ganz alleine, zaubert dank zahlreichen Drum- und Gitarren-Loops, die er in mühsamster Kleinstarbeit live einspielt, einen Sound hervor, der mit jeder mehrköpfigen Band mithalten kann.

Übrigens! Wir haben für dich Tipps gesammelt, was du in Paris sonst noch so machen kannst. Schau hier im Virus Atlas.