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Aktuell Sägt der Zivildienst das Militär ab?

Lieber Zivildienst als Militär, sagen sich viele junge Männer. Die Armee findet, der Zivildienst dürfe nicht noch attraktiver werden. Warum ist der Zivildienst so beliebt? Wir haben nachgefragt.

Zivildienst - Sägt er das Militär ab?
Legende: Zivildienst - Sägt er das Militär ab? Schweizerische Eidgenossenschaft

Altersheim statt Knast

Das kann man sich heute fast nicht mehr vorstellen: Wer nicht ins Militär wollte und seinen Dienst verweigert hat, musste früher in die Kiste. Jedes Jahr mussten hunderte Militärdienstverweigerer in den Knast.

Das hat sich vor bald 20 Jahren geändert: Seit 1996 gibt es den Zivildienst als Ersatz zum Militärdienst. Militärdienstverweigerer konnten ein schriftliches Gesuch einreichen und wurden angehört. Seit 2009 muss nur noch ein Formular ausgefüllt werden, das hat vielen den Weg weg vom Militär und hin zum Zivildienst massiv erleichtert.

Die Folge: Die Zahl der Zivildienstleistenden schoss massiv in die Höhe. Seit einigen Jahren hat sich die Zahl bei über 5000 Zivildienstleistenden pro Jahr eingependelt.

Armeechef André Blattmann äusserte sich neulich in einem Interview, Link öffnet in einem neuen Fenster darüber, dass der Zivildienst zu attraktiv geworden sei. Theoretisch sollte die Schweizer Armee 200'000 Mann zählen, effektiv seien es 170'000.

Wenn man damit beginnt, neue Arbeiten für die Zivildienster zu suchen, etwa in der Schule, dann läuft etwas falsch.
Autor: André BlattmannArmeechef

Auf Kritik musste Blattmann nicht lange warten. In der NZZ, Link öffnet in einem neuen Fenster meinte der Präsident des Zivildienstverbands Civiva, die Armee müsse zuerst vor der eigenen Tür wischen.

Der Bundesrat hat gegenüber dem Parlament mehr als einmal betont, der Zivildienst gefährde den Bestand der Armee nicht.
Autor: Heiner StuderPräsident des Zivildienstverbands Civiva

Wieso Zivildienst?

Der Zivildienst passt besser in das heutige Lebensmodell der jungen Menschen, sagt Daniel Slongo, Generalsekretär der Schweizerischen Offiziersgesellschaft.

Beim Militär bin ich etwa 16 Stunden am Tag und habe fast kein Mitbestimmungsrecht. Beim Zivildienst hingegen habe ich 8 Stunden täglich und kann heim. Zudem kann ich relativ frei wählen, wo ich meinen Dienst absolvieren will.
Autor: Daniel SlongoGeneralsekretär, Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG)

Lieber was für die Gesellschaft tun, statt Wochen und Monate im Bunker zu verbringen. Andererseits dauert der Zivildienst anderthalb Mal so lange wie der Militärdienst. Und der Zivildienst muss selber organisiert werden, was auch ganz schön Zeit fressen kann.

Wie siehst du das?

3 Kommentare

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  • Kommentar von Oliver Pjetraj, Emmenbrücke
    Es gibt nich nur Militär und Zivildienst! Zivilschutz befasst sich mit Schutzaufgaben, wie es der name schon sagt (schutzanlagen betreuen/warten, bei katastrophen egal welcher art wird der zivilschutz aufgeboten inkl. Kommandostruktur. Keine Öffentliche organisation hat die Masse an Leuten wie der zivilschutz und knn über tage oder wochen im einsatz sein. Der zivildienst hingegen beschränkt sich auf das betreuen von Personen. Bin selber im Zivilschutz, deshalb meine detailierte angaben xD
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    1. Antwort von andy glausef, worb
      ändläch widermau öpper wos usspricht. aui redä geng vo militär oder ziviudienst u niemmer vom siviuSCHUTZ. dä biitrag wo mir ar gseuschaft leischtä isch nid ds'vrachtä!
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    2. Antwort von D. Unedan, Münchenstein
      Der Zivildienst ist tatsächlich weder als Ersteinsatzorganisation (Feuerwehr) noch als Zweiteinsatzorganisation (Zivilschutz) einsetzbar. Tatsächlich kann jeder Zivi aber bei grossen Katastrophen für den Wiederaufbau aufgeboten werden; auch nach dem Ableisten seiner Diensttage. Interessant ist, dass sich im Zivilschutz Leute befinden, welche für körperlich Untauglich (Rückenprobleme, Astma etc) befunden wurden: Da wird es schwierig Sandsäcke zu schleppen und schwere Personen zu retten...
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