Verena Von Horsten: «New York ist eine Bitch!»

«New York ist eine Bitch», «Ich hasse PR-Arbeit» oder «nehmt mer Flüchtlinge auf»: Wir haben am m4music Festival in Lausanne mit Verena Von Horsten, FlexFab und Jesper Munk geredet und so einiges über sie und die magischen Momente in ihrer musikalischen Laufbahn erfahren.

Die Zürcherin Verena Von Horsten ist nicht nur bekannt für ihre energetischen Liveshows, sondern auch für ihre tragischen Schicksalsschläge: Sie wurde sexuell missbraucht, ihr Bruder beging Selbstmord, sie litt unter Depressionen... Die Songwriterin erlebte viele entscheidende Wendepunkte, die hier in einer vollständigen Aufzählung wahrlich den Rahmen sprengen würden.

Ein entscheidender Moment war etwa ihre Reise nach New York, kurz nachdem ihr Bruder starb. Neben der Verarbeitung der gesamten Trauer und Einsamkeit, erlebte sie dort zu ihrer Freude auch gewaltige musikalische Erfolge:

«  Meine Musik wurde in New York mit Handkuss aufgenommen! Ich spielte Konzerte am Laufmeter und das gab mir ein wahnsinniges Selbstwertgefühl! »

New York sei allgemein eine einzigartige Stadt. Aber auch eine Bitch: «Egal ob du Trauer oder Freude verspürst, diese Stadt holt wirklich alles aus dir heraus. Sie zehrt an dir und deinen Nerven, ob du es willst oder nicht.»

Der Produzent und Beatmaker aus Nêuchatel wird derzeit als lokaler Newcomer gefeiert und walzt die Schweiz mit massiven Electro-Trip-Hop-Beats und einer spektakulären Lichtershow platt. Ohne seinen Manager Sandro wäre FlexFab aber definitiv nicht dort, wo er heute ist.

«  Jemanden an meiner Seite zu haben, der die ganze Scheissarbeit macht, ist super! So kann ich mich voll und ganz auf die Musik konzentrieren. »

FlexFab ist froh, dass sich sein guter Freund und Manager um die Bookings, die Interviewtermine oder sonstige «schlechten» Dinge kümmert. So habe er mehr Zeit für die Musik. Obwohl er auch diese angeblich nicht selbst produziert...

«  Mein grösstes Geheimnis ist, dass eigentlich Katzen meine Musik machen. Sie tapsen einfach auf meinen Instrumenten herum. Also... Jaguar-Katzen! »

Der blonde Mädchenschwarm Jesper Munk kommt aus München und versteht etwas davon, das Publikum für Blues zu begeistern. Seine Kreativität und Inspiration beim Songwriting zieht er insbesondere aus der Begegnung mit dem hochkarätigen Produzenten Mocky (Feist, Jamie Lidell, Chilly Gonzales).

«  Mocky ist für mich nicht nur ein Mentor, er ist ein Genie! Das sind grosse Worte, aber es sind die richtigen. »

Auf die Frage, was Mocky denn so grossartig macht, schwärmt Jesper Munk weiter: «Er ist ein sehr empathischer und intelligenter Mensch, der seinen Blickwinkel nicht nur im Songwriting schnell wechseln kann.» Auch als Mensch sei er für Jesper Munk etwas ganz besonderes.

«  Er kann sehr gut zuhören und vermitteln. Er findet immer die richtigen Worte und er wird nie aufdringlich. »

Apropos «richtige» Worte. Wir liessen Jesper irgendetwas ins Mikrofon sprechen mit der Vorgabe, es gäbe kein richtig oder falsch. Die prompte Antwort: «Nehmt mehr Flüchtlinge auf!»