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Aktuell Warum gibt es eigentlich keinen Mindestlohn für Praktikanten?

Kaum jemand hat die Erwartung, mit einem Praktikum reich zu werden. Trotzdem: Ein 100%-Praktikum und dann nur 500.- pro Monat verdienen? Wir haben uns bei Stefan Vannoni vom Wirtschaftsverband Economiesuisse erkundigt, warum es keinen Mindestlohn für Praktikanten gibt.

#MakeItRain
Legende: Alltagsszene aus dem Praktikantenleben. #MakeItRain Colourbox

Stefan Vannoni vom Wirtschaftsverband Economiesuisse , Link öffnet in einem neuen Fensterhat Bad News für alle sich unterbezahlt fühlenden Praktikanten: «Die Einführung eines Mindestlohnes für Praktikanten würde wohl dazu führen, dass Unternehmen immer wie weniger Praktikumsplätze anbieten würden.»

Eine einheitliche finanzielle Lösung für die diversen und total unterschiedlichen Praktikumsangebote sei höchst unrealistisch. «Ich glaube das führt in eine ganz falsche Richtung. Umso mehr Auflagen, umso unattraktiver werden Praktikumsplätze aus unternehmerischer Sicht», so Vannoni weiter.

Eine Einführung eines Mindestlohnes für Praktikanten würde wohl dazu führen, dass Unternehmen immer wie weniger Praktikumsplätze anbieten würden.
Autor: Stefan VannoniEconomiesuisse

Vannoni macht ausserdem darauf aufmerksam, dass die Einschulung von Praktikanten durchaus viel Zeit in Anspruch nehmen kann: «Zum Teil braucht es zwei Monate in einem dreimonatigen Praktikum, um völlig eingearbeitet zu sein.». Darum findet Stefan Vannoni auch, dass die Bezahlung bei einem Praktikum nicht der Make-it-or-Break-it-Faktor sein sollte:

Bei einem Praktikum geht es weder für den Arbeitgeber noch für den Praktikant darum, möglichst viel Geld zu sparen, respektive zu verdienen.
Autor: Stefan VannoniEconomiesuisse

Ausbildungsphase und Branche müssen berücksichtigt werden

Michael Moser von der Gewerkschaft Syndicom, Link öffnet in einem neuen Fenster spricht sich per se nicht gegen einen Mindestlohn aus. Syndicom setzt sich für Gerechtigkeit und soziale Sicherheit von Arbeitnehmern innerhalb der Medien- und Kommunikationsbranche ein.

«Kommt ganz darauf an, in welcher Ausbildungsphase und in welcher Branche man sich befindet», so Moser. Er empfiehlt allen Praktikanten jedoch, sich bei der Gewerkschaft nach den branchenüblichen (Durchschnitts)-Mindestlöhnen zu erkundigen.

Es macht Sinn, wenn man sich bei seiner Gewerkschaft erkundigt, was die branchenüblichen Mindestlöhne sind - und sich dann darauf achtet, dass man nicht weniger bezahlt wird.
Autor: Michael MoserGewerkschaft Syndicom

2 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Es gibt einen Unterschied zwischen "geringer Entlöhnung" und einer Frechheit: Wenn der Praktikant - speziell wenn schon mit Abschluss (BSc/MSc/...) - im Normalbetrieb mitarbeitet, also zum Output des Arbeitgebers beiträgt, ist auch mit Einarbeitungszeit alles unter 1500.- letzterem zuzurechnen und das Unternehmen macht auch dann noch (locker) vorwärts. Die Praktikanten haben auch Rechnungen zu bezahlen! Sogar als 13-jähriger kriegt man beim Ferienjöbbeln locker 500.- / Woche!
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  • Kommentar von Urs Dubach, Sursee
    Niemand stört sich daran, dass eine Praktikumsstelle eines Studenten, die eine Einarbeitung braucht, eine dem entsprechend geringe Entlöhnung erhält. Nicht gerechtfertigt ist ein geringer Lohn, bei der nach kurzer Einarbeitung produktiv Arbeiten erledigt werden. Gefordert ist ein entsprechendes Regelwerk, das Ausbildungsstand, Arbeit und Branche berücksichtigt. Fakt ist, dass seit Jahren Praktikanten ausgenutzt werden. Z.B. ausgebildete Grafiker mit mehrjährige Praxis ...
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