Weltfrauentag: der Kampf für Gleichberechtigung ist nicht zu Ende

Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau? Schön wär's! Der heutige Weltfrauentag macht auf dieses Ungleichgewicht aufmerksam – und stellt gleichzeitig den perfekten Zeitpunkt dar, um fünf Frauen in den Mittelpunkt zu stellen, die sich ganz besonders für Frauenrechte stark machen.

Women are People

Bildlegende: Women are people Social Work Blog

Der Weltfrauentag steht für den Kampf nach Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Wir rücken fünf Frauen in den Mittelpunkt, die stellvertretend für jene Generationen stehen, die sich zum Teil seit Jahrzehnten auf verschiedene Weisen für Frauenrechte stark machen.

Malala Yousafzai kämpft für das Recht auf Bildung

Malala Yousafzai

Bildlegende: Malala Yousafzai Financial Times

Bildung für alle! – nein, eben leider nicht. In vielen Ländern sind Bildungsstätten nicht für alle zugänglich. Malala Yousafzai (19) macht sich dafür stark, dass diese Ungerechtigkeit aus der Welt geschaffen wird.

Vor allem setzt sie sich dafür ein, dass auch Mädchen überall zur Schule gehen dürfen. Mit ihrem Engagement wurde sie 2014 die jüngste Gewinnerin des Friedensnobelpreises.

Während ihrer Kindheit besuchte Malala die Schule weiterhin, obwohl die Taliban 2007 in ihrer Heimat, dem Swat-Tal, den Mädchen den Schulbesuch verboten hatten. Ihre Gedanken und die Geschehnisse im Swat-Tal veröffentlichte sie in einem Blog, der schnell bekannt und ins Englische übersetzt wurde.

Für die Taliban erschien sie als Dorn im Auge. Darum wurde sie an einem Morgen im Schulbus aus nächster Nähe angeschossen und schwer am Hals und Kopf verletzt. Fast wie durch ein Wunder überlebte Malala diesen Angriff.

Mit diesem krassen Überfall auf ihr Leben erlangte Malala die nötige Berühmtheit, um ihrem Anliegen noch mehr Gehör zu verschaffen.

Shirin Ebadi macht sich für die gleichberechtigte Rolle der Frau stark

Shirin Ebadi

Bildlegende: Shirin Ebadi Alchetron

Juristin, Richterin, Menschenrechtsaktivistin und Mutter. Shirin Ebadi erhielt 2003 als erste muslimische Frau den Friedensnobelpreis. Die gläubige Iranerin nahm diesen Preis in Norwegen ohne Kopftuch entgegen und sorgte dafür für grosse Aufruhr.

Sie begründete diesen Entscheid so: im westlichen Kulturkreis sei es jeder Frau selbst überlassen, wie sie sich kleide. Im Iran dagegen trage sie die gesetzlich vorgeschriebene Kleidung für Frauen, da sie sich als Juristin selbstverständlich an die zur Zeit geltenden Gesetze halte. Sie wurde vor allem für ihren mutigen Einsatz für die Rechte von Frauen und Kindern gewürdigt.

Seit Ende 2009 lebt Shirin Ebadi im Exil in Grossbritannien. Von dort aus setzt sie ihre Menschenrechtsaktivitäten in aller Welt fort. Beispielsweise sass sie in der Jury, die das universelle Logo für Menschenrechte auswählte.

Emma Watson ist eine Berühmtheit, die etwas zu sagen hat

Emma Watson

Bildlegende: Emma Watson tvcontinental

Ja, wir kennen sie alle als Hermine Granger aus den Harry-Potter-Filmen. Aber diese junge Frau hat viel mehr drauf, als nur vor der Kamera gut zu funktionieren. Emma Watson setzt sich seit Jahren aktiv für Frauenrechte ein.

Dafür besuchte die junge Britin beispielsweise Bangladesch und Sambia und warb dort für ein verstärktes Engagement zur Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen.

Seit 2014 ist Watson UN-Sonderbotschafterin für Frauen- und Mädchenrechte. Zu ihrer jüngsten guten Tat gehört die Teilnahme am «Women’s March on Washington», der nach der Amtseinführung von Donald Trump stattfand. An diesem Marsch nahmen über eine halbe Million Menschen teil, die damit ihr Engagement für Frauenrechte, die Stellung für soziale Gleichberchtigung und Menschenrechte zeigten.

Ellen Johnson Sirleaf setzt sich für die Sicherheit von Frauen ein

Ellen Johnson Sirleaf

Bildlegende: Ellen Johnson Sirleaf Wikipedia

Sirleaf ist die erste Frau, die zur Präsidentin von Liberia gewählt wurde.

Seit 2006 hat sie dieses Amt inne, setzt sich gleichzeitig aber auch für diverse andere Anliegen ein.

Den Friedensnobelpreis erhielt Ellen Sirleaf 2011 für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und Frauenrechte.

Wangari Maathai förderte die afrikanische Frauenpolitik

Wangari Maathai

Bildlegende: Wangari Maathai Pinterest

Die Kenianerin setzte sich neben Frauenrechten auch für Umweltschutz ein. Und galt damit als Symbolfigur der Frauenbewegung in Kenia. 11 Jahre lang war sie Mitglied in Kenias nationalem Frauenrat (National Council of Women in Kenya). Diesen Rat leitete sie von 1981 bis 87 und dem Vorstand gehörte sie bis zuletzt an.

2004 erhielt Maathai als erste afrikanische Frau den Friedensnobelpreis für «nachhaltige Entwicklung, Frieden und Demokratie». Für Wangari Maathai schliesst die nachhaltige Entwicklung den Kampf für Frauenrechte mit ein. 2011 starb die Aktivistin an den Folgen einer Krebserkrankung.

Du möchtest den Weltfrauentag mit einem guten Film feiern? Wir empfehlen:

Kino-Tipp: «Die göttliche Ordnung»: Ein Schweizer Film mit viel Humor, der die Geschichte von aufmüpfigen Frauen im Appenzellerischen erzählt, die sich für das Frauenstimmrecht einsetzten, obwohl sie selber nicht abstimmen konnten.

DVD-Tipp: «Hidden Figures»: Der Film erzählt die Geschichte von drei afroamerikanischen Mathematikerinnen, die am Mercury- und Apollo-Programm der NASA beteiligt waren. Der Film war dieses Jahr für 3 Oscars nominiert.

Wonder Woman als Botschafterin

Auch die Comic-Heldin Wonder Woman ist seit Oktober letzten Jahres Ehrenbotschafterin der UNO für Frauen- und Mädchenrechte. Zu dieser Ehre kommt die Superheldin, weil sie grosses Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Gleichheit zeige.