Wintergast: Die Geschichte eines Verlierers

Stefan ist bald 40, arbeitet seit Jahren am Drehbuch für einen Spielfilm, kommt aber nicht vom Fleck. Als seine Freundin eine «Auszeit» nehmen will und ihm die Verwaltung mit dem Rausschmiss aus seiner Wohnung droht, packt er seine sieben Sachen und pilgert als Hostel-Tester durch die Schweiz.

Wintergast: Unser Film der Woche zeigt die Schweiz in schwarz-weiss.

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Stefans Roadtrip führt ihn von Jugendherberge zu Jugendherberge, von Zug über Locarno bis nach Chur - quer durch die Schweiz. Unterwegs auf seiner Reise trifft er Menschen, führt tiefgründige und weniger tiefgründige Gespräche und versucht sein Drehbuch zu schreiben.

Die beiden Regisseure Andy Herzog und Matthias Günter zeigen eine melancholisch winterliche Schweiz in stimmigen Schwarz-Weiss-Bildern. Stefan trifft unterwegs auf die unterschiedlichsten Menschen, welche die Schweiz zu bieten hat. Den Entscheid, die fiktive Geschichte von Stefan mit dokumentarischen Elementen seiner Reise zu vermischen, geht wunderbar auf.

Die stärksten Momente im Film sind, wenn sich die Hauptfigur mit Mitmenschen im Gespräch befindet und über Sinn und Unsinn des Lebens sinniert. «Wintergast» - die klassische Geschichte eines Verlierers, umgesetzt mit einem spannenden Konzept. Sehenswert.