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Aktuell Wir wollen mehr Körperdiversität – aber bitte nicht so!

Body-Positivity heisst der Trend gegen starre Schönheitsideale, Mager-und Fitnesswahn. Ziel ist mehr Körperdiversität in den Medien. Eine super Sache! Diese Beispiele beweisen aber: Es gibt noch viel zu tun.

Quasi natürliche Models
Legende: ASOS

Unrealistische Plus-Size-Models

Myla Dalbesio
Legende: Myla Dalbesio gilt mit Grösse 40 als Übergrössenmodel. Say whaaat? Calvin Klein

Dank des Body-Positivity-Trends sind in den letzten Jahren immer wie mehr Übergrössen-Models auf den Titelseiten von renommierten Magazinen zu sehen. Model Ashley Graham, Link öffnet in einem neuen Fenster schaffte es sogar auf die Titelseite des Sports Illustrated, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Das Problem: Die erfolgreichsten Plus-Size-Models, die für eine realistischere Darstellung von Frauenkörpern in der Werbung stehen sollten, repräsentieren immer noch unrealistische Ideale: Makellose Haut, ideale Gesichtszüge und eine Körperfettverteilung, die auf vielleicht 0.00001 der Erdbevölkerung zutrifft.

Ebenfalls problematisch: Models gelten bereits ab Grösse 38 als «Plus-Size». Schaut man sich Bilder von Myla Dalbesio, Link öffnet in einem neuen Fenster oder Robyn Lawley, Link öffnet in einem neuen Fenster an, die beide als «Übergrössen»-Models bezeichnet werden, fragt man sich, wem das helfen soll sich in seiner eigenen Haut wohler zu fühlen.

Vogue macht auf revolutionär

Vogue Cover März 2017
Legende: Vogues magerer Versuch für mehr Diversität Eins von 7 Models ist nicht untergewichtig. Juhuu! Vogue

Unter dem Titel «no norm ist the new norm» versuchte das Hochglanzmagazin «Vogue» letzten März auf den Body-Positivity-Zug aufzuspringen und mehr Diversität auf ihrem zu Cover zeigen. Das ging mächtig nach hinten los.

Ausser Ashley Graham, Link öffnet in einem neuen Fenster haben alle Damen auf dem Cover den typischen extrem dünnen Model-Körper. Auffällig ist, dass Ashley das einzige Model ist, das ihr Arm über das Bein gelegt hat, so dass man die eigentliche Breite ihres Beines gar nicht erkennen kann.

Das Cover wurde zudem dafür kritisiert, kein Model abgebildet zu haben, das ganz dunkelhäutig ist.

Warum ausgerechnet Kendall Jenner und Gigi Hadid, die zurzeit gefragtesten Models der Welt, für mehr Diversität sorgen sollten, ist ebenfalls fraglich. Nice try Vogue!

ASOS unretouchierte, perfekte Models

ASOS
Legende: Bei diesen Models wurde das eh schon perfekte Füdli nicht retouchiert. ASOS

Vor einem Monat entdeckte man bei einigen Models auf der Homepage des britischen Online-Versandhandels ASOS , Link öffnet in einem neuen FensterDehnungsstreifen und Hautunreinheiten. ASOS wurde für den Move, seine Models unretouchiert abzubilden, sehr gefeiert.

Um die Dehnungsstreifen der extrem schlanken Models zu entdecken muss man aber gaaaaanz genau hinsehen.

Der Zara-Curvy-Fail

Zaras «kurvige» Models
Legende: Zara liebt Kurven ehm nicht wirklich.. Twitter

Dass bei der spanischen Kleiderkette Zara die Kleidergrösse M gefühlt einer XXS entspricht, ist ja schon genug diskriminierend. Letzten März bewies das Label nun, dass bei Zara wirklich eine ziemlich schräge Körperwahrnehmung herrscht. Mit den Worten «love your curves» (liebe deine Kurven) veröffentlichten sie ein Werbeplakat mit Models, bei denen man sich fragt, wo genau diese Kurven sein sollten.

Diese machen’s richtig

Vor allem auf Instagram findet man zum Glück immer mehr Leute, die den Body-Positivity-Trend auf eine gute Art und Weise beeinflussen:

Paloma Elesesser, Link öffnet in einem neuen Fenster: Paloma ist das wohl coolste Übergrössen-Model. Sie begeistert ihre 87 Tausend Follower mit ihrem Modestil und kritisiert öffentlich den Begriff «Plus-Size».

Michael-Anthony Spearman, Link öffnet in einem neuen Fenster: Dieser charmante, extrem gut gekleidete Instagrammer sorgt dafür, dass in dieser ganzen Geschichte die Männer nicht vergessen werden!

Emily Bador, Link öffnet in einem neuen Fenster: Auf ihrem Instagram-Account schreibt das 20-jährige Model ehrlich und unverblümt über den Schönheitswahn, Essstörungen und lädt immer wieder unperfekte, unretouchierte Bilder von sich hoch.

Morena Diaz, Link öffnet in einem neuen Fenster: Die Schweizer Body-Positivity-Bloggerin eroberte unser Herz letzten Dienstag im SRF-Club über Körper- und Schönheitswahn. Sie liess sich nicht beirren, als sie die Nackt-Provokateurin Milo Moiré, Link öffnet in einem neuen Fenster als «objektiv weniger attraktiv» als sie selber und Anja Zeidler , Link öffnet in einem neuen Fensterbetitelte.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Wie wäre es denn damit, dass der NormalbürgerIn akzeptiert kein Model zu sein? Christen versuchen wie Jesus zu werden. Sollen sie jetzt Jesus verändern wenn sie merken, dass sie das Ideal nicht erreichen? Das ist doch der Witz am Ideal. Bezüglich Zara M und XXS, das ist schon fast rassistisch, wohl unbewusst: in vielen Teilen der Welt sind Frauen kleiner als in Westeuropa. Und aha: die fühlen sich deswegen schlecht. Vielleicht freuen sie sich, mal ein M tragen zu können, statt Kindergrössen.
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  • Kommentar von Jeannine Hürlimann (Tschaesu)
    Können wir noch schnell über den Arm von Gigi auf dem Vogue Cover sprechen? Er wurde dank Photoshop überlang.. Go go Gadget-o
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