«Primavera Sound» Barcelona: 3 Entdeckungen vom Musiknerd-Himmel

Letztes Wochenende fand in Barcelona die fünfzehnte Ausgabe des «Primavera Sound»-Musikfestivals statt. Für mich und knapp 50‘000 andere Musiknerds das schönste Festival der Welt. Ich habe dir drei Entdeckungen mitgebracht.

Primavera Sound

Bildlegende: Primavera Sound 2015 ¡Una cerveza, por favor! SRF

Jahr für Jahr darf der «neue heisse Scheiss» der Musikwelt am «Primavera Sound» beweisen, ob er die Aufregung wert ist. Das Festival in Barcelona ist aber weit mehr als einfach nur ein Entdeckerfestival.

Schliesslich kamen die besten Sets, die ich dieses Jahr gesehen habe, einmal mehr von älteren Hasen. An dieser Stelle ein spezieller «Shout out» an Ride, The Strokes oder Thee Oh Sees, welche mich mit ihren Konzerten besonders begeistern konnten.

3 Newcomer, die mich dieses Jahr überzeugt haben und man sich unbedingt merken sollte:

  1. Kevin Morby
    Der 26-jährige Texaner begeistert mit 45 Minuten rumpligem Country-/Garage Pop, wie man ihn besser eigentlich nicht machen kann. Bist du Ryan Adams-Fan? Magst du «Real Estate»? Dann hol dir seine beiden Studioalben am besten noch heute. Nächsten Freitag, am 12.6., spielt er übrigens am B-Sides Festival in Luzern.
  2. Flyying Colours
    Das Primavera Sound ist ein Albtraum, was Überschneidungen anbelangt. Darum habe ich von den australischen Shoegazern Flyying Colours leider nur 2 Songs mitbekommen. Ihre Gitarrenwände klangen live aber sogar noch besser, als auf ihren Studioaufnahmen. Sind sie die nächsten «My Bloody Valentine»?
  3. Tobias Jesso Jr.
    Jessos Debütalbum «Goon» gehört für mich zu den schönsten Alben des Jahres. Sein Konzert am Primavera war musikalisch gesehen jedoch ein völliger Reinfall. Sein Piano war viel zu leise abgemischt und schlussendlich war die Metalband, die auf der Bühne nebenan gespielt hat, besser zu hören als Jesso selbst. Warum er mich trotzdem überzeugt hat? Er hat die unglückliche Sound-Situation früh erkannt und uns stattdessen mit haufenweise lockeren Sprüchen aufgeheitert. Und sowieso: Seine Musik ist in einem Club viel besser aufgehoben. Zum Beispiel am 17.11. im Exil Zürich.

Das «Primavera Sound» zwingt dich zum Barcelona-Sightseeing

Das Festivalgelände mit den 8 Bühnen befindet sich mitten in der Stadt, direkt am Meer. Vor, nach und während des Festivals finden zusätzliche Events statt, die auf alle möglichen Orte über den Rest der Stadt verteilt sind. Das Primavera Sound zwingt dich zum Barcelona-Sightseeing!

Im Sala Apolo und gleich gegenüber im Club Barts finden die Eröffnungs- und Closing-Events des Festivals statt. Die beiden Clubs gehören auch an den anderen 362 Tagen im Jahr zu den besten Konzertlokalen der Stadt.

Im «Parc de la ciutadella» gibt es tagsüber Openair-Konzerte von Acts, die auch in der Nacht am Hauptfestival spielen - dort wirst du sie aber wahrscheinlich verpassen, weil du gleichzeitig 10 andere Bands sehen willst. Besagter Park ist eines der schönsten Fleckchen der Stadt und eignet sich auch abseits des Festivals perfekt zum Chillen.

Gutes Essen sucht man am Festival leider vergebens

Burger

Bildlegende: Burger im «Oval»: OM NOM NOM SRF

Das Primavera Sound ist ein nahezu perfektes Festival. Nahezu? Nun, der einzig grosse Minuspunkt: das Essen. Das ist am Festival nämlich eher unterdurchschnittlich. Kulinarisch überzeugen kann Barcelona nur ausserhalb des Festivalgeländes.

Willst du einen guten Burger? Dann geh zu «Oval» oder «Kiosko». Tapas? «Quimet i quimet» (Achtung: Meistens ziemlich voll). Seafood? «La mer salada». Ich wünsche Guten Appetit!

Und nächstes Jahr?

Die nächste Ausgabe findet vom 1. bis 4. Juni 2016 statt. Tickets gehen bereits nächsten Mittwoch in den Vorverkauf. Früh zuschlagen lohnt sich: Die Tickets werden von Monat zu Monat teurer.