So klingt Berlin ausserhalb der Clubs

Berlin ist die Stadt der DJs, der wummernden Elektro-Beats und des feiernden Party-Volks. Aber nicht nur! Ueli Häfliger von FluxFM verrät, welche Berliner Bands und Musiker du im Auge behalten solltest.

Alice Phoebe Lou: Die schöne Südafrikanerin zog nach Berlin, um als Feuerspukerin Geld zu verdienen.

Bildlegende: Alice Phoebe Lou: Die schöne Südafrikanerin zog nach Berlin, um als Feuerspukerin Geld zu verdienen. Facebook

Berlin ist DIE Hochburg für elektronische Musik. Doch die deutsche Hauptstadt hat musikalisch noch viel mehr zu bieten. Wir haben Ueli Hälfiger, den Musikchef des alternativen Berliner Radiosenders FluxFM gefragt, an welchen in Berlin ansässigen Bands, man als Musikfan momentan nicht vorbei kommt.

The/Das «My Made Up Spook»

Ueli Häfliger: «Anton und Fabian waren früher bei Bodi Bill. Jetzt machen sie zu zweit als The/Das Musik. Letzten Sommer erschien mit «Freezer» ihr aktuelles Album. Für den Videodreh zum Song «My Made Up Spook» gings ins indische Mumbai. Entstanden ist ein extrem schöner Clip mit vielen Nacht-, Morgen- und Abendstimmungen am Strand.»

Der Mann «Menschen machen Fehler»

Ueli Häfliger: «Die Berliner Indie-Rockband Die Türen wollten eigentlich Pause machen. Irgendwie hat es aber doch nicht geklappt. Die gestandenen Männer konnten einfach nicht ruhig sitzen bleiben. Heisst es nicht «In Pausen ist man am kreativsten»? Da ein Mitglied gerade verhindert war, die Kunst aber trotzdem raus musste, gründete man(n): Der Mann. Einer ihrer Songs ist «Menschen machen Fehler». Der ganze Refrain des Songs heisst: «Menschen machen Fehler. Das ist immer ein Grund schlecht drauf zu sein». Was für ein toller Spruch für ein T-Shirt!»

Schwarz Don't Crack «All Is Love»

Ueli Häfliger: «Treffen sich ein New Yorker und ein Süddeutscher in Berlin. Was hier nach einem gelungenen Anfang für einen Witz klingt, ist alles andere als das. Ende Januar erschien «All Is Love», die erste EP des amerikanisch-deutschen Duos Schwarz Don’t Crack. Im Herbst soll es ein Album geben und ich bin mir sicher, dass das Ding durch die Decke gehen wird. Soviel schwere Sexyness und R’n’B kam schon länger nicht mehr aus Berlin. Wenn überhaupt schon einmal.»

Alice Phoebe Lou «Fiery Heart, Fiery Mind»

Ueli Häfliger: «Alice ist Anfang zwanzig und in Südafrika geboren. Vor einem guten Jahr ist sie nach Berlin gezogen, um das zu machen, wofür Berlin so bekannt ist: Mit wenig Geld leben. Angefangen hat sie als Feuerspuckerin im Görlitzer Park. Dafür bekam sie aber nicht so viel Knete, wie die Strassenmusiker neben ihr. Nach einer kurzen «Umschulung» stand Alice Phoebe Lou drum neu nicht mehr im «Görli», sondern ein paar hundert Meter weiter bei der Warschauer Strasse oder sonntags im Mauerpark. Nun stimmte auch das Geld. Und die Kreativität. Ein Album hat sie bereits rausgebracht, finanziert durch ihre Strassenmusik. Und ein neues Album ist bereits in der Mache.»

Charity Children «Elizabeth»

Ueli Häfliger: «Das neuseeländische Paar Chloe und Elliott sind vor ein paar Jahren nach Berlin gezogen, um hier ihr Glück «auf der Strasse» zu suchen. Eigentlich sind sie Schauspieler, das hat aber nicht so recht funktioniert. Sie sind auf Strassenmusik umgestiegen, da man so zwar nicht das Paradies auf Erden hat, aber doch ganz gut durch kommt. Und wenn sie dann noch so gut sind, wie die beiden Neuseeländer, dann kann da was Grosses draus entstehen. So geschehen bei den Charity Children. Entdeckt auf dem Alexanderplatz und zack auf die Playliste von FluxFM genommen. Ein paar Monate später erschien ihr Debut-Album, eine Tour wurde gebucht und mittlerweile arbeiten sie bereits an ihrem zweiten Album. Ich bin gespannt.»

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