Ellas: der Schweizer Musiknachwuchs macht uns Hoffnung

Es gibt sie noch: junge, einheimische Indie-Bands, bei denen sich das emotionale Investment auszahlt. Zu Gast für eine Live Session im SRF-Virus-Studio: Ellas aus Brugg.

Auch wenn unser heimisches Musikschaffen derzeit stark in Richtung Rap und Laptop-Produktionen aus dem eigenen Schlafzimmer zeigt, existieren sie trotzdem noch: «Klassische» Bands, die irgendwo einen Proberaum haben und dort (zum Ärger der Nachbarn?) bis spätnachts an neuen Songs feilen. Die Ellas aus Brugg sind das beste Beispiel dafür.

Diesen Monat hat das Quartett aus Brugg seine erste EP «You Can’t Drown A Fish» getauft.

Und bevor jemand fragt: Selbstverständlich haben wir recherchiert, ob die Behauptung, welche die Band im Titel ihrer Debüt-EP aufstellt, auch wirklich stimmt. Antwort: Ja, Fische können tatsächlich nicht ertrinken. (Sie sterben zwar, wenn zu wenig Sauerstoff im Wasser vorhanden ist, technisch gesehen wäre das dann aber ersticken – und nicht ertrinken. #VirusGoesNetzNatur)

Songs für die Winter-Playlist

Wir sagen es an dieser Stelle gerne noch einmal: die Stimme von Sängerin Jorina Stamm darf sich ohne falsche Bescheidenheit in der Nachbarschaft von stimmgewaltigen Indie-Pop-Künstlerinnen wie Austra oder sogar Florence Welch niederlassen.

Zusammen mit nordisch geprägter Alltagsbedrücktheit à la Efterklang oder Alcoholic Faith Mission sind die vier Songs der EP damit eine willkommene Addition für jede Winter-Playlist

Was übrigens noch lange nicht heissen muss, dass uns die Ellas den einen oder anderen Euphoriemoment verweigern. Wir weisen gerne auf den Schluss der Single «Strange World» oder den Track «Moon» hin.

Mit dem Satz «We are not over» kündigen die Ellas auf «Shiver», dem letzten Song der EP, gleich selbst an, dass der Weg für die Band erst gerade angefangen hat – und hoffentlich noch lange weitergehen wird. Wir folgen ihnen gerne.