One Sentence. Supervisor aus Baden sind back

Hymnisch psychedelischer Pop trifft es ganz gut. Viel Hall oder andere Effekte auf der Stimme, drückende Stampfbeats und ein eher dunkles Klangbild. «Temporärmusik 1-13» macht auch einem alten Groove-Musikliebhaber Spass. Wir baten OSS zu Gespräch und Live-Konzert.

Nach Gigs von Ungarn bis China auf einer ausgedehnten Tour mit einem exzellenten Debutalbum ballern die Badener schon das nächste Album «Temporärmusik 1-13» raus. Mein liebster Song vom Album: «Scope Explosion». Donat Kaufmann erzählt, wie der Song entstanden ist: «Den Rhythmus dazu haben wir auf einer Autofahrt gefunden. Wir hörten da irgendeine random Kassette auf der nur traditionelle türkische Lieder waren.»

Diese 1-2-2, 1-2-2 Rhythmik assoziiere ich direkt mit Reggaeton und Dancehall. Der Song ist damit recht tanzbar, und «öffnet die ganze Geschichte etwas. Er tut als solches dem Album ziemlich gut, sonst ist es halt sehr gerade durch», wie Donat und Schlagzeuger Dominik Meuter finden. Aber auch die «geraden» Songs sind nicht untanzbar – eine Hürde die für mich besonders beim Live-Genuss oft entscheidend ist.

Lieber in Baden statt Berlin Musik machen

Das Rolling Stone Magazine (wooha) schreibt über die Badener Band: «Man kann es beinahe nicht glauben, dass dieser Song, diese hymnischen Gitarren, dieser leicht düstere Gesang aus der Schweiz kommt.» Mich persönlich freut zwar die Erwähnung einer Schweizer Band in einer solch illustren Zeitschrift, aber die Aussage nervt micht recht. Leiden wir immer noch unter diesem «isch no guet, für das dasses us de Schwiiz isch» -Ding? Haben wir nicht mittlerweile durchaus einige richtig gute Bands in der Schweiz? One Sentence. Supervisor finden: «Von aussen wird das nicht so empfuden, glaube ich. Das ist schon eine Hürde, die wir noch nehmen müssen».

Donat fügt an: «Viele Schweizer Acts gehen erst mal nach Berlin oder so, weil sie denken hier klappt es nicht. Wenn das aber alle machen, die wirklich etwas mit Musik erreichen wollen, passiert halt hier nichts. Es braucht mehr Leute, die in der Schweiz Sachen machen.»

Thema Englisch als Fremdsprache

Wie sinnvoll ist es, als nicht Muttersprachler englische Texte zu schreiben? Authentizität und so? Die immer wiederkehrende Frage, die sich natürlich augenscheinlich erst mal durch das Argument «dann hat man die Chance, auch mal mit seiner Musik das Land zu verlassen» beantworten lässt. Donat meint: «solange man nicht probiert, etwas zu sein was man nicht ist, also z.B. mit einem aufgesetzten amerikanischen oder englischen Akzent zu singen, ist das kein Problem.»

«Englisch ist nebst einer der Weltsprachen mittlerweile auch ein Instrument geworden, welches jeder auf seine Art bedienen kann», fügt er hinzu.

Fazit zum neuen Album

Das neue Album «Temporärmusik 1-13» ist nicht nur einfach zum Anhören - und deshalb umso erfreulicher. Und die Prise - für mich - notwendige Tanzbarkeit fehlt nicht. I like.