Rotchopf: Der Rapper, der dich mit Hitler vergleicht

«Das isch jetzt aber ned eifach eine wo roti Hoor hed, oder?». Errm. Doch! Und eigentlich ist es ja auch ganz gut, dass der Zürcher Rapper Rotchopf bei seinem Namen im Rahmen des Wortgetreuen bleibt. Denn für seine Musik braucht es ein gewisses Mass an Lockerheit in Gesäss und Moralvorstellung.

«  Au i dir steckt en chline Hitler, en chline Fritzl, en perfide, primitive Wichser, en Manager vo Nestlé, vo dr UBS… »

Diese Zeile stammt aus Rotchopfs Song «I dier». Sowohl Text als auch Beat lassen dein Ohr weder bequem chillen, noch kannst du dazu eine Jazzzigarette drehen. Eher bist du nervös am Turn-Up-zappeln, fühlst dich unangenehm berührt (Stichwort: berührt) und hörst ganz genau zu. Und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Platz 2 an der «Demotape Clinic»

Mit genau diesen Argumenten konnte Rotchopf dieses Jahr auch die Jury an der «Demotape Clinic», Kategorie Urban (Stress, Steffe la Cheffe, Nick von der FM Music Group und meine Wenigkeit) überzeugen. Wir hievten Rotchopf a.k.a. Stefan Schönholzer unter die besten 3. Stress gefiel besonders die punkige, keinen-F***-gebende Attitüde des Zürchers. Genau so stelle er sich Rap vor.

Rotchopf hat Psychologie studiert und spielt Theater. Seine ungewöhnliche Herangehensweise an Rapmusik erklärt sich so wohl ein wenig besser. (Du weisst nicht, was ich mit «ungewöhnlich» meine? Guck das Video unten an!)

Den Sieg an der m4music-«Demotape Clinic» musste er ganz knapp dem Genfer Rapper Pink Flamingo überlassen. Unter anderem sorgte der riesige Output des Genfers für das entscheidende Zünglein an der Waage. Das wäre dann wohl auch der einzige Wermutstropfen bei Rotchopf: Wahnsinnig viel hat der Zürcher nämlich noch nicht veröffentlicht. Mehr davon, bitte, Rotchopf!