Warum du das Hipsterbingo für α=f/m getrost beiseite legen kannst

Wirklich ein Jammer, dass sich das Electropop-Duo aus Luzern mit ihrem ungooglebaren Bandnamen selbst einen grossen Stein in den Weg legt. Ihr erstes Album «Download» wäre nämlich das bislang beste Schweizer Album des Jahres (Stand: 21. März 2017) – doch wie und wo findet man es bloss im Netz?

Der Service-Public-Teil zuerst:

  • «Download» heisst das erste Album des Luzerner Duos α=f/m
  • Erhältlich ist die Scheibe seit letztem Freitag auf der Bandcamp-Seite der Band
  • Das Facebook-Profil von Belia Winnewisser und Rolf Laureijs findet man hier
  • Du möchtest die Band via Spotify hören? Dann musst du «A=F/M» ins Suchfeld eintippen. (Das Album fehlt zurzeit allerdings noch, weil Spotify den Namen des Albums nicht akzeptiert)
  • Ausgesprochen wird der Name der Band «Alpha equals F over M»

Diese kleine Infosammlung ist nötig, weil sich der korrekte Bandname des Projekts, α=f/m, so gut wie unmöglich googlen, geschweige denn tippen lässt (wo ist schon wieder die «α»-Taste?).

Ein supertolles Popalbum

Auf dem Cover von «Download» sind Belia und Rolf zu einer Tinder-Fotomontage zusammengebastelt. Für einen kurzen Moment muss man also befürchten, dass «Download» irgendeine verkünstelt-überkonzeptionelle Web-2.0 Parodie ist, die auf der (Post-)Ironie-Skala irgendwo zwischen «Adiletten mit weissen Socken tragen» und «ein Vermögen ausgeben, um 2017 so auszusehen wie Lauryn Hill anno 1997» einzuordnen wäre.

Aber schon die eröffnenden Sekunden der Platte, die ersten Töne des fantastischen Popsongs «Oblivion», beseitigen sämtliche Ängste.

Zwar gäben die Schlagwörter, die einem zu «Download» einfallen (Future R'n'B! Afrikanische Einflüsse! Grimes!), guten Stoff für ein Hipster-, respektive Trend-Bingo, damit würde man dieser supertollen Electro-Pop-Platte aber keinesfalls gerecht werden.

Darum ein erneuter Aufruf: dieses Album muss gehört, nicht gelesen werden. Beim afrikanisch angehauchten «I'm Away On My Way» kommen einem beispielsweise Lion-King- und «Alane»-Vibes in den Sinn, was sich jetzt ein bisschen nach ¯\_(ツ)_/¯ liest. Hat man den Track aber effektiv auf den Ohren, möchte man sofort die Tanzfläche stürmen.

So ist es also hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis der Spotify-Algorithmus die Songs dieser Platte auf jede «The bestest, hottest and newest music around»-Playlist nimmt – insofern sich denn das Sonderzeichen-Problem in absehbarer Zukunft noch lösen lässt.