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Bounce Lafa: Ready or not?!

Für den Baselländler Rapper Lafa (formerly Klegs Lafayette) ist klar: jetzt oder nie! Sein Debütalbum steht in den Startlöchern und trägt den bezeichnenden Namen «Hunger». Doch hat Lafa das Zeug dazu, ganz vorne mitzumischen?

Noch nie habe ich erlebt, dass jemand VIER MONATE vor dem Album-Release einen Besuch bei «Bounce» fixen wollte. Doch, siehe da: Lafa, Link öffnet in einem neuen Fenster meldete sich sein Interesse tatsächlich schon anfangs November an! Legitim. Wenn jemand sein Album «Hunger» nennt, dann muss genau eine solche Attitüde Programm sein.

Lafa ist einer der «neuen» Rapper aus der Region Basel. Kein 2000er-Revival, keine 200er-Noten im Club, keine 20-Mann-Gang im Clip. Lafa ist neben Sherry-ou einer von zwei Rappern, die in Basel eine neue Hip-Hop-Duftmarke hinterlassen.

Wuchtige Bässe, Dirty-South-Drumrolls und knirschende Snares. Dazu viel Autotune und Ich-bin-stolz-auf-mich-Lyrics. Grundsätzlich positive postpubertäre Musik, welche sicherlich Vorbild- und Identifizierungscharakter unter den jungen Gleichgesinnten in der Reguin Basel haben kann. Anders können Lyrics wie «Dänk zrugg an früehner simmer glücklich gsi / Jetz müesse mir no finde wär mir wirklich sind», nicht interpretiert werden.

Im November schrieb mir Lafa: «Ich bin schon froh, dass Sherry-ou, Link öffnet in einem neuen Fenster ins Game gekommen ist. Er hat viel Gutes in Gang gebracht.» Schliesslich war es auch Sherry, der Lafa am diesjährigen Cypher gepusht und sich selbst dafür zurückgenommen hatte. Er trug sogar ein «Hunger»-Shirt.

So sind Sherry-ou und Lafa dann auch auf dem Album auf einem Song zusammen zu hören: «Visione». Der direkte Vergleich mit der Labelgallionsfigur wird möglich. Und hier entsteht der Eindruck, dass sich Lafa und Sherry nicht ganz auf Augenhöhe sind. Sherry ist geladener, hässiger, wuchtiger.

Wenn Lafa es jedoch schafft, die innere Handbremse zu lösen, dann wirkt er weniger bemüht, ist lockerer und auch viel bissiger als es der «State of the art»-Rapper heute ist. Der Track «Ratte» ist da ein gutes Beispiel dafür. Da hören wir den attitüdengeschwängerten Swagger, den es braucht!

Summa summarum: Schöne Videos, stabile Songs, neuer Flavour, Mut, Squad, Möglichkeiten – alles IZ DA. Für den grossen Wurf reicht Lafas «Hunger» NOCH nicht. Wir sind jedoch gespannt und mehr als zuversichtlich, wie die Geschichte weitergeschrieben wird.