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Bounce Pronto – Gekommen, um zu bleiben

Eine knappe Handvoll Songs hat der Solothurner Rapper Pronto veröffentlicht. Den ersten Tune «Clean» vor etwa einem Jahr. Und nun erscheint seine erste EP über Universal Music. Pronto ist der Inbegriff eines Hypes – oder doch nicht?

Sind wir ehrlich: Viel wissen wir nicht über Pronto, Link öffnet in einem neuen Fenster. «Clean» war sein erster Song und gleichzeitig erster Hit, der sich in die Hirnrinden der Musikfans eingebrannt hat. Er ist ein Vertreter des gemurmelten «Mumble-Raps», kommt aus Solothurn, sieht well-superstarlike aus und hat innerhalb eines Jahres mit nur wenigen gezielten Auftritten für grosse Aufmerksamkeit gesorgt. Es stellt sich die Frage, ob Pronto ein Hype ist oder ob er gekommen ist um zu bleiben?

Ein Hype geht per Definition vorbei. Hypes sind schnelllebig, anderes kommt und überlagert Zuvorgekommenes. Ich nehme an, dass sich dies bei Pronto anders verhält. Hier die Gründe:

1. Die Sprache seiner Texte spielt keine Rolle

Wenn einer eine weitreichende Vision mit CH-Rap hat, dann der junge Solothurner. Pronto will mit seiner Musik bis weit über die Landesgrenze Welle machen. Er ist der erste Rapper, bei dem die Sprache seiner Texte keine Rolle mehr spielt. Absichtlich murmelt er melodiös und effektverzerrt seine simplen Texte. Es geht um das Augen-zu-Gefühl, sowie nie zuvor. Und dieses ist nicht an Sprache gebunden.

2. Er macht Neues

Und somit ist klar: Er macht etwas Neues. Etwas, das vor ihm in der Schweiz noch niemand gemacht hat. So zum Beispiel auf dem Song «Don’t Be Shy» macht er den Refrain in einem Gemisch aus Schweizerdeutsch, Englisch und noch irgendwas. Wir verstehen gar nichts, fühlen es aber hart. Dazu kommen tanzbare, basswuchtige Beats mit afrikanischem Flair, die kaltnasse Tage vergessen lassen.

3. Ein geborener Superstar

Nur wenige Rapper in der Schweiz haben auf natürliche Art und Weise ein solches Hip-Hop-«Acting» wie Pronto. Seine Bewegungen, seine Gesten und Mimik, sein Style, seine Aussprache. Gerade so gut könnte er einer der frischesten Newcomer aus den Staaten sein. Bereits jetzt verhält er sich wie ein Superstar, dessen Aura unnahbar scheint.

4. Weniger ist mehr

Pronto scheint seine Schritte sorgfältig zu wählen. Etwa fünf Songs in einem Jahr, ein paar wenige Features auf gestandenen Songs, gut inszenierte Musikvideos, that’s it. Und auch jetzt: Pronto wartet nicht mit einem 20 Track-Longplayer auf, nein, es ist eine kurze EP mit fünf Songs, sodass der Hunger auf Pronto-Musik bestimmt nicht gestillt ist. Wir warten noch immer gespannt auf einen satten Pronto auf Albumlänge.

5. Die Grossen setzen auf ihn

Der Weg ist geebnet. Alle sind horny auf Yung Pronto. Diesen Braten hat auch Universal Music, eines der grössten Plattenlabels der Welt gerochen, nicht lange gefackelt und eine Zusammenarbeit aufgegleist. Somit ist der Tisch gedeckt, denn mit dem Momentum auf seiner Seite und einem einflussreichen, finanzstarken und internationalen Plattenlabel im Rücken, kann Pronto den Weg zur Erreichung seiner Vision optimal beschreiten.