Der Rapfrühling – Erntezeit der Newcomer

Schweizrap blüht. Nachdem 2012 neues Leben in die Szene gepustet wurde (mitunter durch Menschen wie Mimiks, EFM, Milchmaa oder Ali), so treten 2016 immer mehr richtig krass dope MCs aus dem Nachwuchs hervor. Und sie stehen ihren Vorreitern in Sachen Technik in nichts nach. Heute: Eliel aus Luzern.

ein junger asiatischer mann im jeanshemd, schwarz weiss

Bildlegende: Eliel aus Luzern Ein weitere Newcomer aus Luzern - mit sienem Debut «Morn Denn» official

Eines Tages spazierte ich in seelenruhigem Alleinsein in Luzern den pitoresken Quai entlang. Auf Höhe Pavillon (für Luzernkenner) hörte ich plötzlich einen Doubletimeschwall den ich in der Intensität, Geschwindigkeit und Vehemenz bis anhin nur von jung Mimiks kannte. Ich war auch völlig überzeugt, dass Mimiks beim Pavillon sitzt, bin deshalb in der Dämmerung in Richtung Doubletime gelaufen, und hab gerufen «Mimi! Wo besch?». Nix Mimi. Ein junger Dude den ich nicht kannte sass mit ein paar Freunden da, und fragte sich was ich genau von ihm wollte. Ich so «Yo, besch du das gsi? Chasch das nomol mache bitte?» ... Und dann doubletimete dieser Eliel mir die Ohren voll. Ich sagte zu ihm: schreib mir wenn dein Album kommt, du hast Skills, wir brauchen dich in der Sendung!

Nun, einige Jahre danach (in der Zwischenzeit war Eliel zwei Mal am Bounce Cypher, und war als Backup von Effe live unterwegs) ist es da, sein Debut «Morn Denn». Darauf zu hören, unüberhörbar, der Einfluss einiger Vorbilder (Mimiks beim Punchlinerap, Effe bei den Popsongs, obwohl ich dem Eliel damit nicht zu Nahe treten möchte, aber man sucht halt immer nach dem direktesten Vergleich wenn man neue Rapper einordnet), aber vorallem einen hoch motivierten, hungrigen jungen Rapper, der den Zuhörer mit epischen bis süffisant poppigen Instrumentals, ausgefeilter Technik und einer charakterstarken, tiefen Stimme. Live zu Gast bei Bounce, der Rapsendung deines Vertrauens.

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